Angesichts immer häufigerer Hitzewellen fordert die Krankenkasse IKK Südwest eine grundlegende Neuausrichtung des Gesundheitsschutzes in Kitas und Schulen in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Wie die Kasse mitteilt, schlägt sie unter anderem verbindliche Hitzeschutzpläne und eine bundesweit einheitliche Hitzeschutz-Ampel vor.
„Während Brandschutzpläne in jeder Einrichtung selbstverständlich sind, fehlt es beim Hitzeschutz bislang an verbindlichen Standards – obwohl Hitze ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ist, insbesondere für Kinder“, erklärt Prof. Dr. Jörg Loth, Chef der IKK Südwest. Auch Lehr- und Erziehungskräfte seien durch die Hitze gesundheitlich immer stärker belastet.
Die Krankenkasse fordert daher, dass Kitas und Schulen in Rheinland-Pfalz bis spätestens 2028 verpflichtend Hitzeschutzpläne einführen. Diese sollen klare Abläufe für Hitzewarnlagen festlegen und regeln, wie die Einrichtungen auf extreme Temperaturen reagieren.
Hitzeschutz-Ampel statt wiederkehrender Hitzefrei-Debatten
Kern der Forderung ist eine bundesweit einheitliche Hitzeschutz-Ampel. Diese soll auf den Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sowie auf den Raumtemperaturen basieren. Je nach Warnstufe sollen automatisch Schutzmaßnahmen ausgelöst werden. Dazu könnten die Verkürzung des Unterrichts, verpflichtende Trinkpausen oder das Aussetzen von Sport im Freien gehören.
„Hitzefrei darf kein Zufallsprodukt mehr sein, das vom individuellen Ermessen einzelner Einrichtungen abhängt“, betont Professor Loth. „Wir brauchen einheitliche, gesundheitsbasierte Grenzwerte, die klar definieren, wann Schutzmaßnahmen greifen.“ Die Regelungen sollen dabei nicht nur den Schulunterricht, sondern auch Ganztagsangebote und Betreuungszeiten umfassen.
Bund und Länder sollen investieren
Darüber hinaus schlägt die IKK Südwest einen Hitzeschutz-Fonds von Bund und Ländern vor. Damit sollen Bildungseinrichtungen strukturell auf extreme Temperaturen vorbereitet werden, etwa durch Verschattungen, Lüftungskonzepte und andere bauliche Anpassungen. Die konkrete Ausgestaltung soll nach Vorstellung der Krankenkasse an einem Runden Tisch mit Bund, Ländern sowie Experten aus Gesundheit und Bildung besprochen werden.
„Hitzeschutz ist nicht nur Kinderschutz – er ist auch Arbeitsschutz für die vielen Beschäftigten in Kitas und Schulen“, so Loth. „Wir müssen die gesamte Schulgemeinschaft in den Blick nehmen und endlich wirksam vorsorgen.“