Kinderschutzbund RLP: Geplante Streichung von Zuschlag stoppen

Der Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz appelliert an die Politik, die Streichung eines Zuschlags für einkommensarme Familien zu verhindern. Der Verband warnt vor den Folgen für Kinder.

Kinderschutzbund RLP: Geplante Streichung von Zuschlag stoppen

Der Kinderschutzbund Landesverband Rheinland-Pfalz hat die rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten von CDU, Grünen, Linken und SPD aufgefordert, die geplante Streichung des Sofortzuschlags nicht mitzutragen. Das teilt der Verband mit. Geplant ist, den Zuschlag in Höhe von 25 Euro monatlich für Familien, die den Kinderzuschlag erhalten, zu streichen.

Der Sofortzuschlag wurde 2022 als Übergangslösung eingeführt, bis die geplante Kindergrundsicherung greifen sollte. Nachdem diese Reform gescheitert ist, soll nun auch der Zuschlag wieder wegfallen. „Für Sie, für mich und viele andere wäre der Verlust von 25 Euro im Monat verkraftbar. Für Familien, die schon heute mit jedem Cent rechnen müssen, ist das kein kleiner Betrag“, erklärt Klaus Peter Lohest, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes RLP.

Armut wirkt bis ins Erwachsenenleben

Der Verband warnt, dass Kinderarmut langfristige Folgen habe. Junge Menschen aus Familien, die länger Bürgergeld beziehen, würden seltener eine Ausbildung beginnen und seien später häufiger selbst auf Grundsicherung angewiesen. Lohest sagt dazu: „Wer heute an der Unterstützung für Familien spart, nimmt in Kauf, dass sich diese Kosten in einer anderen Form später wieder zeigen, bei den Betroffenen selbst und im Sozialsystem.“

Der Kinderschutzbund warnt zugleich vor weiteren geplanten Belastungen für Familien, darunter Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss, beim Wohngeld sowie Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe. „Wer Kinderarmut ignoriert, verbaut diesen Kindern ihre Zukunft“, so Lohest. Der Verband hat den Abgeordneten Gespräche in ihren Wahlkreisen angeboten, um über die Folgen der Entscheidungen für Kinder in Rheinland-Pfalz zu sprechen.