Das Heilig-Geist-Hospital (HGH) in Bingen hat ein geordnetes Insolvenzverfahren eingeleitet. Wie die Stadt Bingen und der Landkreis Mainz-Bingen als Gesellschafter mitteilen, ist die Grenze des finanziell Machbaren erreicht.
Die beiden Kommunen hatten seit der Übernahme des Hospitals im Jahr 2024 insgesamt 15,8 Millionen Euro für die Stabilisierung bis 2028 beschlossen. Diese Summe ist laut der Mitteilung nun nahezu vollständig aufgebraucht. Grund dafür ist eine wachsende Finanzierungslücke: Während die Betriebskosten steigen, bleiben die Einnahmen hinter den Planungen zurück. Stadt und Landkreis könnten die zusätzlich benötigten Millionenbeträge nicht aufbringen, ohne die eigene Haushaltsstabilität zu gefährden.
Suche nach Investor und Kritik an der Politik
Das Insolvenzverfahren wird als verantwortungsvoller Weg bezeichnet, um dem Krankenhaus eine neue Perspektive zu geben. Ziel ist es, einen Investor oder Kooperationspartner zu finden. Erste erfolgsversprechende Gespräche mit einem potenziellen Investor laufen demnach bereits und geben Hoffnung. Oberbürgermeister Thomas Feser und Landrat Thomas Barth sind sich einig, dass eine Schließung des Krankenhauses unter allen Umständen vermieden werden soll.
Die Gesellschafter sehen die Situation in Bingen nicht als Einzelfall, sondern als Folge eines strukturellen Problems. Die finanzielle Verantwortung für die Krankenhausversorgung sei von Bund und Ländern auf die Kommunen abgewälzt worden. Diese würden „zwischen ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und ihren eigenen finanziellen Grenzen aufgerieben“.