Schulbücher, Hefte und ein neuer Ranzen: Der Schulstart wird für viele Familien in Rheinland-Pfalz immer teurer und bringt selbst Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen an ihre finanziellen Grenzen. Das berichtet die Tagesschau.
So spricht etwa eine Mutter aus Koblenz von Ausgaben von fast 400 Euro. Allein für Schulbücher hat sie mehr als 300 Euro für ihre beiden Töchter ausgegeben. Um Geld zu sparen, kaufte sie viele Bücher gebraucht auf Online-Plattformen oder Basaren. Hinzu kamen weitere Ausgaben für Arbeitshefte, Zirkel, Stifte und Taschenrechner, sodass die Gesamtkosten auf fast 400 Euro stiegen.
Das Geld fehlt der Familie nun an anderer Stelle. Nun müsse die Familie sparen: „Neue Kleidung kaufen wird jetzt erst mal hinten angestellt und beim Essen brauchen wir erst einmal die Vorräte auf, bevor wir neue Lebensmittel kaufen, so die Mutter. Den neuen Schulranzen für die jüngere Tochter bezahlten derweil die Großeltern.
Preise für Schulmaterial steigen weiter
Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Schulbücher im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Schreib- und Zeichenmaterial wie Füller oder Farbkästen verteuerten sich sogar um 3,5 Prozent. Lediglich Papierprodukte wie Hefte oder Zeichenblöcke wurden mit einem Minus von 0,3 Prozent etwas günstiger.
Diese Preissteigerungen erhöhen den finanziellen Druck auf Familien. Das bestätigt auch der Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz. „Auch Familien mit durchschnittlichem Einkommen berichten, dass die Ausgaben zum Schuljahresbeginn zunehmend zur Belastung werden“, sagt Landeselternsprecher Denis Scholz gegenüber der Tagesschau. Besonders an weiterführenden Schulen verstärke der Druck durch Markenprodukte bei Kleidung, Rucksäcken oder digitalen Geräten die finanzielle Belastung.
Für die Zukunft erwägt die Mutter aus Koblenz deshalb, die kostenpflichtige Schulbuchausleihe des Landes zu nutzen. Allerdings sind darin keine Arbeitshefte enthalten und bei Verlust oder Beschädigung der Bücher könnten hohe Kosten entstehen. Besonders ärgerlich sei es, wenn für teures Geld angeschaffte Bücher im Unterricht kaum genutzt werden. „Wenn man am Ende des Schuljahres sieht, dass mit den Schulbüchern oder auch Arbeitsheften gar nicht gearbeitet wurde, dann ärgere ich mich schon“, sagt gegenüber der Tagesschau. Ihr Wunsch wäre eine kostenlose Ausleihe für alle, wie es sie bereits in Hessen oder Baden-Württemberg gibt.