Wie Ingelheim mit einem neuen Großprojekt Energiekosten sparen will

Das Projekt soll den städtischen Bauhof und die Feuerwehr mit sauberem Strom versorgen.

Wie Ingelheim mit einem neuen Großprojekt Energiekosten sparen will

Die Stadt Ingelheim hat auf dem Gebäude des städtischen Bauhofs eine neue Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) und einen Großspeicher in Betrieb genommen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ging die Anlage am Mittwoch (5. August) ans Netz.

Die Großanlage hat eine Leistung von 463 Kilowatt-Peak (kWp) und der Speicher eine Kapazität von 800 Kilowattstunden (kWh). Sie versorgt ab sofort den Bauhof sowie die angrenzende Feuerwehr mit Solarstrom. Außerdem wird die Ladeinfrastruktur für die städtischen Elektrofahrzeuge damit gespeist.

Die Bauarbeiten für das Projekt begannen Mitte September 2025 und dauerten knapp elf Monate. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 822.000 Euro. Mit dem Projekt senkt die Stadt nach eigenen Angaben nicht nur ihre Energiekosten, sondern auch den lokalen CO₂-Ausstoß.

Land fördert Projekt mit über 770.000 Euro

Die Umsetzung wurde maßgeblich durch Fördermittel des Landes aus dem „Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation“ (KIPKI) unterstützt. Die Fördersumme belief sich auf über 770.000 Euro.

„Die Stadt Ingelheim leistet mit der Umsetzung des Projektes einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Nachhaltigkeit“, erklärt die zuständige Beigeordnete Dr. Christiane Döll. Der Betrieb sei ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll und diene „als gutes Beispiel, wie Elektromobilität nachhaltig, unabhängig und zukunftsfähig funktionieren kann“.

Intelligente Steuerung schont das Stromnetz

Durch die Kombination von PV-Anlage und Batteriespeicher kann die Stadt den erzeugten Strom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint, etwa nachts oder bei bewölktem Himmel. Ein digitales Lastmanagement steuert den Ladevorgang der städtischen E-Fahrzeuge, um das lokale Stromnetz zu schonen und teure Lastspitzen zu vermeiden. Das System verteilt den verfügbaren Strom intelligent auf die Fahrzeuge.

„Die größte Herausforderung bestand darin, die verschiedenen Komponenten von den Solarmodulen über den Großspeicher bis hin zu den Ladestationen in einem Gesamtsystem zu bündeln“, erklärt Projektleiter Volker Sulzbacher. Mit dem dynamischen Lastmanagement sei eine Lösung geschaffen worden, die den Bauhof und die Feuerwehr zukunftssicher aufstelle, ohne das lokale Stromnetz zu belasten.