Zahlreiche Apotheken in Rheinland-Pfalz werden sich am bundesweiten Protesttag am kommenden Montag (23. März) beteiligen und geschlossen bleiben. Das teilt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz mit.
Mit dem Protest wollen die Apotheken die Bundesregierung auffordern, ihr Versprechen einer Honorarerhöhung einzulösen. Gleichzeitig soll der fortschreitende Rückgang der Apotheken gestoppt werden. Der Erster Vorsitzender des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz, Jan-Niklas Francke, erklärt: „Die Zahl der Apothekenschließungen in Rheinland-Pfalz ist weiterhin kritisch. In den vergangenen drei Jahren mussten insgesamt 99 Betriebe dauerhaft schließen. Eine Ursache ist die ausbleibende Honoraranpassung der Apotheken. Das darf so nicht weitergehen.“
Seit über zehn Jahren keine Anpassung
Viele Apotheken geraten laut Verband wirtschaftlich zunehmend unter Druck, da Personal-, Energie- und Mietkosten gestiegen sind, das Fixhonorar jedoch seit mehr als zehn Jahren nicht angepasst wurde. Seit der Umstellung auf das feste Packungshonorar vor 22 Jahren habe es nur eine einzige Erhöhung im Jahr 2013 um 3,1 Prozent gegeben. Seitdem musste bundesweit jede fünfte Apotheke schließen.
„Wir setzen uns für eine Vergütung ein, die die wirtschaftliche Realität angemessen berücksichtigt und den Fortbestand der Apotheken sichert. Die dafür nötige politische Aufmerksamkeit erreichen wir nur mit einem geschlossenen und deutlichen Auftritt“, sagt Peter Schreiber, Geschäftsführer des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz.
Die Versorgung mit Arzneimitteln sei an diesem Tag dennoch gesichert. So betont der Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, Peter Stahl: „Die notdiensthabenden Apotheken stellen auch am Protesttag sicher, dass Patientinnen und Patienten mit dringend benötigten Arzneimitteln versorgt werden.“