Warum Boote jetzt auf dem Rhein bei Bingen verboten sind

Eine Anordnung der Behörden sorgt derzeit für Ärger: Auf dem Rhein zwischen Bingen und Wiesbaden soll kein Wassersport mehr betrieben werden. Vereine gehen deswegen auf die Barrikaden.

Warum Boote jetzt auf dem Rhein bei Bingen verboten sind

Eine neue Allgemeinverfügung verbietet es seit kurzem allen Wassersportlern ganzjährig, den Rhein im Naturschutzgebiet Fulder Aue-Ilmen Aue zu nutzen. Der Grund: Hier brüten zahlreiche Vögel, die geschützt werden sollen. Eine entsprechende Verordnung hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) erlassen. Bisher galt dieses Verbot nur zwischen dem 15. Oktober und dem 31. März.

Nicht nur Motorbootfahrer, sondern auch Kajakfahrer und Stand-Up-Paddler sind von diesem Verbot empört. Der Verordnung folgten Proteste, Runde Tische und Diskussionen. Einige Vereine haben laut SWR sogar schon gegen das Verbot geklagt, sie würden sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Viele boten an, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Man wolle eine Lösung, die allen gerecht werde.

Hochsensibles Gebiet soll geschützt werden

Kritik kommt auch von dem Binger Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU), da die Stadt nicht in die Entscheidung involviert und auch nicht darüber informiert worden sei. Auch beklagt er, dass dieses Verbot von heute auf morgen getroffen worden sei. Damit leide nicht nur der Freizeitsport, sondern auch der Tourismus.

Die SGD räumt zwar ein, nicht ausreichend informiert zu haben, bleibt aber bei ihrer Entscheidung. Die EU-Kommission habe dazu aufgefordert, diese Gebiete zu schützen. Auch „leise“ Wasserfahrzeuge würden brütende und rastende Vögel stören und könnten sie aufschrecken, so die Ansage.

Naturschützer indes sind froh über den Beschluss und zeigen sich erleichtert: „Das ist seit Jahren überfällig, weil es so ein hohes Schutzgut ist, ein hochsensibles Gebiet“, sagt etwa Ann-Sybil Kuckuk vom Naturschutzbund NABU gegenüber dem SWR.