Weihnachtsmarkt: Standbetreiber ziehen Halbzeit-Fazit

Tausende Menschen haben bislang den Mainzer Weihnachtsmarkt rund um den Dom besucht. In neun Tagen schließt der Markt. Doch wie lief das bisherige Weihnachtsgeschäft für die Ständebetreiber? Eine Halbzeit-Bilanz.

Weihnachtsmarkt: Standbetreiber ziehen Halbzeit-Fazit

Laut dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) gehört der Mainzer Weihnachtsmarkt zu den „schönsten der Galaxie“. Doch haben das in diesem Jahr auch die bisherigen Besucher so gesehen? Merkurist hat mit dem Vorsitzenden der Mainzer Schausteller Marco Sottile gesprochen. Er zieht ein erstes Fazit der Veranstaltung und erklärt einige Neuerungen.

Truck Blocs und Ständefunk

Wie Sottile sagt, seien die in diesem Jahr erstmals aufgestellten Truck Blocs am Eingang zum Weihnachtsmarkt kein Thema für die Besucher. „Ich bin positiv überrascht, dass nicht darüber geredet wird.“ Ansonsten gehe es auch recht friedlich auf dem Markt zu. Die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitspersonal, der Polizei sowie der Stadt funktioniere gut und laufe unkompliziert Hand in Hand. Skeptisch sei er aber zunächst bei einer Neuerung gewesen - dem Ständefunk zwischen den einzelnen Buden. Doch dieser habe bereits sehr gut funktioniert, als zwei Kinder ihre Eltern nicht mehr finden konnten.

Auch die Budenbetreiber seien zum großen Teil mit dem Umsatz und dem Ablauf des Weihnachtsmarkts sehr zufrieden, sagt Sottile. Gemeinsam mit Sascha Barth, der wie Sottile Sprecher der Weihnachtsmarkt-Beschicker ist, hätte er viele positive Rückmeldungen erhalten. Als Sprecher seien sie auch ständige Anlaufstelle für die Budenbetreiber. „Wir stehen im ständigen Austausch und besprechen auch Probleme, sofern sie auftreten.“

Besucher aus New York

Wie schon im vergangegen Jahr besuchen den Weihnachtsmarkt auch viele Touristen aus dem Ausland. „Es kommen Engländer, Franzosen und sogar zwei Ehepaare aus New York zu unserem Markt“, sagt Sottile. Aber auch Besucher aus ganz Deutschland kämen nach Mainz, viele sogar mit dem Schiff. Um den Markt für Besucher noch attraktiver zu machen, habe man 2019 einige Neuerungen eingeführt. „Unser Lichterhimmel wird an trüben Tagen schon um 11 Uhr angeschaltet statt wie früher erst um 17 Uhr“, so Sottile.

Zudem gebe es 15 große Mülltonen, deren Deckel man als Tisch nutzen könne. Außerdem seien die Kabelbrücken, die die Stände benötigen, neu verlegt worden, sodass der Markt barrierefreier und nun für Rollstuhlfahrer leichter zu besichtigen sei.

„Anwohner nicht überbelasten“

Ausdrücklich lobt Sottile auch die Zusammenarbeit der Glühweinstandbetreiber mit den anderen Händlern. Während am Glühweinstand noch bis Marktschluss Hochbetrieb herrsche, sei bei anderen Händlern schon früher nicht mehr so viel los. Trotzdem hätten die anderen Händler auch noch geöffnet, um für eine angenehme Atmosphäre auf dem Markt zu sorgen, so Sottile. Umgekehrt hätten die Glühweinstandbetreiber dann schon recht früh auf, auch wenn sie vormittags davon nicht so sehr profitierten.

Abends würden sich dagegen zumindest für die Glühweinstandbetreiber längere Öffnungszeiten - bis etwa 23 Uhr - lohnen, so Sottile. „Doch wir wollen auch nicht die Anwohner überbelasten.“ Außerdem profitierten auch die umliegenden Gastronomien davon, dass Weihnachtsmarktbesucher anschließend noch in diese Lokale und Bars gingen. „Damit sind wir alle zufrieden und das ist wichtig“, sagt Sottile.

Für die restlichen Tage bis zum 23. Dezember wünscht sich Sottile stabiles Wetter. „Am besten ist es, wenn es trocken und kalt ist.“ Dann würden die Leute gern einen Glühwein trinken und gemütlich über den Markt schlendern, so Sottile. Schneien solle es besser nicht. Denn bei zu viel Schnee kämen die Leute aus dem Umland nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt. (pk)

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