Die historische Juni-Hitzewelle ist vorerst überstanden. Erst am Samstag wurde mit 39,2 Grad die höchste Temperatur in Mainz seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen (wir berichteten). Wie der Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt, drohen in der Region Mainz und Wiesbaden jetzt schwere Unwetter, bevor es im Juli möglicherweise erneut extrem heiß wird.
Zunächst sorgt ein deutlicher Temperaturrückgang für Erleichterung: Anfang Juli sinken die Werte auf 20 bis 25 Grad, bei Regen örtlich sogar auf nur 17 Grad. „Das ist ein Temperatursturz von acht bis 14 Grad im Vergleich zu den Extremwerten der vergangenen Tage“, sagt Jung. Dieser Wechsel geht jedoch mit teils heftigen Gewittern einher. Laut Deutschem Wetterdienst besteht besonders am Dienstag, dem 30. Juni, Unwetterpotenzial mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen, das auch Mainz betrifft. In der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch selbst hält die Gefahr an, bevor sich die Lage ab Donnerstag beruhigt.
Nächste Hitzewelle schon im Anmarsch?
Ob der Sommer danach gemäßigter weitergeht oder eine neue Hitzewelle bringt, ist laut Jung noch unklar. Meteorologisch entscheidend sei der aktuelle Siebenschläferzeitraum bis zum 10. Juli. Das europäische Modell (ECMWF) deutet ab der ersten Juliwoche einen erneuten Temperaturanstieg an. „Höchstwerte, die bis zum 9. Juli wieder auf 30 bis 37 Grad klettern könnten – vereinzelt wäre selbst die 40-Grad-Marke nicht ausgeschlossen“, so Jung. Für Mainz würde das erneut extreme Hitzetage und tropische Nächte bedeuten.
Das amerikanische Wettermodell (GFS) ist hingegen zurückhaltender. Der Meteorologe betont daher: „Es handelt sich ausdrücklich noch nicht um eine gesicherte Prognose, sondern um eine Modellberechnung, die sich in den kommenden Tagen noch erheblich verändern kann“, so Jung.
Wie wahrscheinlich ist das Hitze-Comeback?
Trotz der Unsicherheit lässt sich eine klare Tendenz erkennen. „Ein warmer bis heißer Juliverlauf ist wahrscheinlicher als ein kühler“, sagt der Experte. Ob es aber zu einer weiteren extremen Hitzewelle mit über 35 Grad kommt, sei hingegen noch offen. „Beide Varianten – Erhaltung der Hitze oder nachhaltigerer Wetterwechsel – sind aus aktueller Sicht gleichermaßen plausibel“, so Jung.
Entscheidend wird sein, ob sich ein Hoch erneut über Mitteleuropa wie ein Topfdeckel festsetzen kann oder ob atlantische Tiefdruckgebiete die Oberhand gewinnen. Die kommenden Tage werden also die Weichen für den weiteren Verlauf des Sommers stellen.