Neue Tourismusabgabe für Mainz: Das steckt dahinter

Mit der Einführung einer Tourismusabgabe erhofft sich die Stadt Mainz ab nächstem Jahr Mehreinnahmen von mehreren Millionen Euro. Wir haben den Oberbürgermeister gefragt, wie das funktionieren soll.

Neue Tourismusabgabe für Mainz: Das steckt dahinter

Die Ankündigung hatte der scheidende Finanzdezernent Günter Beck während einer Sitzung des Mainzer Stadtrats am Mittwoch (26. November) verkündet: Angesichts des hohen Defizits will die Stadt nun an verschiedenen Stellen Mehreinnahmen generieren.

Dazu gehöre unter anderem die Einführung einer Tourismusabgabe, die ab Sommer nächsten Jahres in Kraft treten soll. Damit erhoffe man sich ab nächstem Jahr Mehreinnahmen von zwei Millionen Euro und ab dem Jahr 2027 von vier Millionen Euro, so Beck. Doch wie genau soll die Abgabe einzogen werden und wohin fließen die Einnahmen?

„Eine Übernachtungsabgabe ermöglicht uns, weiter unsere touristische Qualität zu stärken und gleichzeitig unseren Haushalt zu entlasten“, erklärt Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) dazu im Merkurist-Gespräch. Das Gesamtaufkommen und die daraus resultierende Abgabe ergebe sich aus dem touristischen Angebot, welches sich aus beispielsweise Museen, aber auch dem ÖPNV zusammensetzt und daraus berechnet werde. Haase: „So wird auch weiter die Qualität des wachsenden Tourismusstandorts Mainz gesichert. Das muss Hand in Hand gehen, damit am Ende alle Seiten etwas davon haben.“

Etwa 4 Euro Pauschale pro Übernachtung

Gespräche mit Hotelbetreibern habe er gemeinsam mit der Wirtschaftsdezernentin bereits geführt, so Haase. „Mir ist wichtig klarzumachen, dass die Zusatzeinnahmen auch dafür verwendet werden, um Mainz als Standort für Tourismus und Geschäftsreisen zu stärken, was dann wieder den Hotels und Gastronomien zugutekommt. Ohne diese könnten wir den Leistungsumfang langfristig nicht einmal erhalten.“ Festgelegt werde die Abgabe letztendlich als Pauschale pro Übernachtung. „Das sind wahrscheinlich etwa 4 Euro pro Nacht“, so Haase. Diese gelte dann sowohl für Touristen als auch für Geschäftsreisende.

Die Höhe der Einnahmen von 2 Millionen Euro im ersten und 4 Millionen Euro im übernächsten Jahr errechne sich aus der Zahl der Menschen, die Mainz besucht haben. Im vergangenen Jahr waren das laut Haase 1,1 Millionen und damit ein neuer Rekord. In diesem Jahr würden ähnliche Zahlen erwartet. Haase hofft, dass durch eine noch bessere Nutzung etwa der Rheingoldhalle die Zahl der Übernachtungen in Zukunft und damit die der Hotels weiter steigen wird.