Wohnungsmangel in Mainz: Wie ausgelastet sind die Wohnheime?

Zum Wintersemester im Oktober besteht wieder Präsenzpflicht. Alle Studierenden sollen nun in die Nähe ihres Studienorts ziehen. Doch wie ist die Situation in den Wohnheimen aktuell? Wir haben beim Studierendenwerk nachgefragt.

Wohnungsmangel in Mainz: Wie ausgelastet sind die Wohnheime?

31.000 Studierende aus 120 Nationen gehören zur Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz. Hinzu kommen rund 5700 Studierende an der Hochschule. Sie alle starten im kommenden Wintersemester, nach drei digitalen Semestern, mit Präsenz-Veranstaltungen (wir berichteten). Alle Studierenden sollen sich nun eine Wohnung in Mainz oder in der Umgebung suchen, um bei den Präsenz-Veranstaltungen anwesend sein zu können, heißt es von Seiten der JGU: „Die Beteiligung an Präsenzangeboten ist in der Regel Voraussetzung für einen Studienfortschritt.“

Doch werden sie alle unterkommen? Wie ausgelastet sind die Zimmer in den Wohnheimen für Studierende in Mainz momentan?

Leerstände von 10 Prozent im Sommer

In Folge der Pandemie vergangenes Jahr standen tatsächlich zwei bis drei Prozent der Zimmer in den Studierendenwohnheimen leer, im Sommersemester 2021 gab es sogar Leerstände von bis zu 10 Prozent, sagt Alexandra Diestel-Feddersen aus der Geschäftsführung des Studierendenwerks auf Merkurist-Anfrage. „Obwohl wir zeitweise auch Studierenden von anderen Universitäten und Nicht-Studierenden die Möglichkeit gegeben haben, bei uns ein Zimmer zu mieten.“

Derzeit stünden noch etwa 680 Bewerber für ein Apartment beziehungsweise ein WG-Zimmer zum Semesterstart auf der Liste. „Wir gehen davon aus, jeder und jedem einen Platz anbieten zu können“, so Diestel-Feddersen. Wie die Wohnsituation für die Studierenden letztlich ist, und ob es sogar einen Mangel an Wohnungen geben wird, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewerten. „Voraussichtlich zum Ende der Belegung beziehungsweise zu Beginn des Semesters werden wir die Zahl der Zulassungen mit den Zahlen der Bewerber und den verfügbaren Bettplätzen abgleichen können.“

Diestel-Feddersen hofft, im kommenden Wintersemester eine höhere Auslastung als im Sommersemester 2021 zu bekommen, das sei jedoch von einigen unsicheren Faktoren abhängig, etwa dem Umfang der Präsenzveranstaltungen an den Hochschulen. Das werde sich etwa Mitte Oktober zeigen.

Neue Wohnungen auf dem Campus?

Das Studierendenwerk würde gerne zusätzliche Wohnmöglichkeiten in einer Größenordnung von 200 bis 300 Bettplätzen auf dem Campus schaffen. „Einen Antrag auf kostenlose Überlassung eines Grundstücks haben wir bei dem für uns zuständigen Wissenschaftsministerium gestellt und hoffen nun sehr, dass das Land uns bei der Realisierung dieses Projektes unterstützt“, so Diestel-Feddersen. Auch die Fläche, auf der das ehemalige Inter l angesiedelt war, würde sich „aus unserer Sicht sehr gut für den Neubau eines Wohnheims eignen.“ Den Betrieb im angemieteten Wohnheim in Hechtsheim mit 672 Bettplätzen beendet das Studierendenwerk hingegen bis zum März nächsten Jahres.

Hintergrund:

Über 4311 Bettplätze verfügt derzeit das Studierendenwerk Mainz, 4279 werden frei vermietet. Sie verteilen sich auf zehn Wohnheime in Mainz und Bingen, mit Zimmern und Wohnungen in unterschiedlichen Größen und Preissegmenten. Ein WG-Zimmer ist zum Beispiel ab 300 Euro zu haben, eine Familienwohnung ab 670 Euro.

Die Zimmerangebote an die Bewerber werden jeweils zwischen Juli und September versendet. Eine vollumfängliche Wohnberechtigung haben Studierende der JGU (inklusive Studienkolleg und Musikhochschule), der Hochschule Mainz sowie der Technischen Hochschule Bingen.

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