Was wird aus Schloss Waldthausen im Lennebergwald?

Schloss Waldthausen im Lennebergwald steht aktuell leer. Pläne, dort eine internationale Schule einzurichten, scheiterten zuletzt. Wie geht es mit dem Schloss jetzt weiter?

Was wird aus Schloss Waldthausen im Lennebergwald?

Im Lennebergwald zwischen Mainz und der Gemeinde Budenheim steht seit Anfang des letzten Jahrhunderts das Schloss Waldthausen. Das Schloss wie der zugehörige Park sind für Wanderer aus der Umgebung ein beliebter Ausflugsort. Seit Anfang 2020 steht das Gebäude jedoch leer. Seit 1982 ist das Schloss als Erbpacht im Besitz des Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP). 2018 hatte der jedoch angekündigt, den Gebäudekomplex nicht mehr nutzen zu wollen. Was mit dem Gelände in der Gemeinde Budenheim in Zukunft passiert, ist weiterhin offen.

Alexander Schaubeck, Pressesprecher des Sparkassenverbands, gab auf Merkurist-Anfrage an, dass aktuell Gespräche mit Kaufinteressenten des Erbbaurechts geführt würden. Diese seien „intensiv“ und gingen mit umfangreichen Prüfungen und Bewertungen einher. Weitere Details könnten daher vor Abschluss der Gespräche nicht veröffentlicht werden. Zuvor hatten diverse Medien berichtet, dass der Plan gescheitert war, eine internationale Schule auf dem Gelände einzurichten.

Wie Alexander Schaubeck gegenüber Merkurist erklärt, nutzt die Sparkassenakademie Rheinland-Pfalz die Räumlichkeiten seit 1988. Seit 2002 saß dort auch die Geschäfts- und Prüfungsstelle des Sparkassenverbands in einem neu errichteten Verwaltungsgebäude. Die Entscheidung zum Umzug nach Mainz in das Gebäude der Landesbausparkasse Südwest (LBS Südwest) fiel letztlich, um die eigenen Dienstleistungen „ so effizient und kostengünstig wie möglich zu erbringen“, so Schaubeck. Nach der Fusion der Landesbausparkassen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren in dem Gebäude in der Vorderen Synagogenstraße 2 genug Räume frei, um den Sparkassenverband, die Geschäftsstelle, die Prüfungsstelle und die Sparkassenakademie gemeinsam unterbringen zu können.

Schloss entstand Anfang des 20. Jahrhunderts

Schloss Waldthausen hat während seines gut 100-jährigen Bestehens bereits mehrere Besitzerwechsel erlebt. Zwischen 1908 und 1910 wurde das Schloss von Martin Wilhelm von Waldthausen im Stil der staufischen Burgen- und Pfalzarchitektur errichtet. Nach dessen Tod ging es an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt in Berlin und wurde nach dem Krieg von den französischen Besatzern beschlagnahmt und umgebaut. 1956 wurde das Gelände vom Bund erworben und später an die Stadt Mainz verkauft. Die veräußerte es letztlich an den Sparkassenverband.

Auf Merkurist-Anfrage erklärt die Gemeinde Budenheim, dass sie sich eine „attraktive Folgenutzung“ für das Schloss wünscht. Das Gelände sollte zudem weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Aktuell verläuft unter anderem ein Teil des „Kleinen Mainzer Höhenwegs“ durch das Schlossgelände. Auch hoffe die Gemeinde darauf, dass weiterhin kulturelle Veranstaltungen im Schloss stattfinden können. Dazu gehören das jährliche Oldtimertreffen und Klassikkonzerte.

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