Die Zukunft der Kunsthalle Mainz ist weiterhin unklar. Die Leitungsposition ist seit Ende Mai 2026 unbesetzt und der Betrieb nur bis Anfang 2027 gesichert. Das geht aus einer Antwort der Mainzer Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Stadtratsfraktion Die Linke hervor.
Die Linksfraktion hatte sich in ihrer Anfrage besorgt über die Zukunft der Kultureinrichtung geäußert. Sie sei von großer Bedeutung für die Präsentation und Vermittlung von Gegenwartskunst in Mainz. Die Leitungsposition ist seit Ende Mai 2026 vakant, doch laut der Anfrage sind auch die Arbeitsverträge der Mitarbeitenden nur bis zum Ende der nächsten geplanten Ausstellung am 10. Januar 2027 gesichert.
Interimslösung aus dem Team wird diskutiert
In ihrer Antwort erklärt die Stadtverwaltung, dass das erklärte Ziel der Erhalt der Kunsthalle sei. Die alleinige Entscheidung über die Neubesetzung der Direktionsstelle liege jedoch bei der Trägerin, der Stiftung Kunsthalle Mainz. Die Stadt sei durch den Kulturdezernenten im Stiftungsvorstand vertreten, wo derzeit Gespräche geführt werden. Als eine von mehreren Optionen werde auch eine Interimslösung aus dem Kreis der verbliebenen Mitarbeiter diskutiert.
Der mittelfristige Betrieb der Kunsthalle sei bis Januar 2027 durch die Stadtwerke Mainz sichergestellt. In diesem Zeitraum soll die kuratierte Ausstellung „Freund:innenschaft“ gezeigt werden. Für die Zeit danach gebe es laut Stadtverwaltung auf vielen Ebenen aussichtsreiche Gespräche. Um möglichst viele Akteure in die Lösungsfindung einzubinden, habe die Verwaltung zudem einen Runden Tisch ins Leben gerufen.
Stadt kann Finanzierung nicht komplett übernehmen
Finanziell unterstützt die Landeshauptstadt Mainz die Kunsthalle seit ihrer Eröffnung mit 30.000 Euro pro Haushaltsjahr. Dieser Betrag soll auch weiterhin im Kulturhaushalt erhalten bleiben.
Ob darüber hinaus weitere Mittel bereitgestellt werden können, hänge von den Möglichkeiten des städtischen Haushalts ab. Eine laufende Übernahme der Finanzierung der Kunsthalle Mainz sei aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht darstellbar, heißt es in der Antwort der Verwaltung.