Mainzer Winzerprojekt für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

16 Winzer wollen nachhaltige und widerstandsfähigere Rebsorten voranbringen

Mainzer Winzerprojekt für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Eine neue Bewegung von Winzern aus Mainz und Umgebung will neue Rebsorten in den Weinbergen etablieren, die nachhaltig und widerstandsfähiger sind, den gefürchteten Pilzen trotzt – und so ohne Pflanzenschutz auskommt. Dafür suchen sie nun Unterstützer.

„Der Anbau von Wein benötigt extrem viel Pflanzenschutz, bei dessen Anwendung natürlich viel CO2 ausgestoßen wird“, so Dr. Eva Vollmer, eine der Initiatorinnen des Start-ups „Zukunftsweine“. Die Biowinzerin betreibt ein eigenes Weingut in Ebersheim. Gemeinsam mit 15 weiteren Winzern aus verschiedenen Anbaugebieten in Deutschland startete sie nun eine Crowdfunding-Kampagne, um mehr Unterstützer zu akquirieren. „Bis zu 80 Prozent CO2 kann der/die Winzer*in einsparen, wenn er/sie robuste Zukunftsreben pflanzt“, so Vollmer. Die Bewegung setze sich dafür ein, möglichst viele dieser Reben in den Anbau zu bringen. Zu den Mitgliedern gehören etwa auch Johannes Schiebe und Felix Hoffmann aus Mainz sowie Petra Peres aus Oestrich-Winkel.

CO2 um 80 Prozent verringern

Zehn- bis zwölfmal im Jahr brauchten Reben Pflanzenschutzmittel, um Pilzkrankheiten zu verhindern – auch die Bio-Weine. Jedes Mal verbrauche der Traktor, der die Mittel ausbringe, eine Menge Diesel. „Und der landet direkt auf dem Co2-Konto des Weines und damit auf unserem“, so Vollmer.

Zukunftsreben indes sollen Pilze möglichst selbstständig abwehren. Auch sonst seien sie widerstandsfähiger, brauchten weniger Pflege. „Heraus kommen großartige Weine“, so Vollmer. Gekreuzt sind sie aus einer traditionellen Kulturrebe und einer wilden Rebe mit besseren Abwehrkräften. Dafür brauchten sie nur sehr wenig Pflanzenschutzmittel, zudem werden dadurch mehr Insekten und Nützlinge angezogen. Durch die ausfallenden Traktorfahrten werde der Boden weniger verdichtet und dadurch gesünder. „Nicht zu vergessen: die neue, aufregende Aromenvielfalt in unserem Weinglas“, so Vollmer.

Nun wollen die „Zukunftswinzer“ noch mehr Kollegen, Händler und Weintrinker ins Boot holen. Dazu sollen Events veranstaltet werden und Weine verkauft werden. Fast 20.000 Euro haben sie bereits für ihr Projekt eingefahren, geplant sind 25.000 Euro. Einen Erfolg haben sie schon: Sie sind Finalisten beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis (Design) 2023. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen vergeben.

Mehr Infos dazu gibt es hier.

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