Der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV) kritisiert die Deutsche Bahn (DB) scharf für die aktuelle Lage im Schienenverkehr rund um Mainz. Schlecht geplante Baustellen und weitere Störungen würden derzeit zu erheblichen Problemen führen.
Wie ZÖPNV-Verbandsdirektor Michael Heilmann sagt, sei die DB InfraGO auf dem besten Wege, den Schienenverkehr für Mainz und Rheinhessen zu demolieren. Die Baustellen seien schlecht geplant und die einzige Umleitungstrecke nach der Entgleisung bei Hattersheim gesperrt. Zudem brächten in Ingelheim schadhafte Schwellen das Ersatzkonzept schon wieder in eine Schieflage, zählt Heilmann die aktuellen Probleme auf. Der ZÖPNV fordere nun deshalb eine gute Planung, Ehrlichkeit und Transparenz.
Grund für die Kritik sind mehrere Vorfälle. Nach einer Entgleisung bei Hattersheim ist die Ausweichstrecke zwischen Mainz und Frankfurt blockiert. Laut Prognose der DB gibt es deshalb bis zum 23. Januar keinen Zugverkehr zwischen den beiden Städten. Der ZÖPNV bezeichnet die Situation als „völlig inakzeptabel“.
Zusätzlich sorgen in Ingelheim schadhafte Schwellen für Probleme. Nachdem bereits im Dezember Gleis 1 gesperrt werden musste, ist nun auch Gleis 2 betroffen. Züge in Richtung Bingen und Bad Kreuznach können daher nicht in Ingelheim halten. Reisende müssen entweder bis Gau-Algesheim fahren und von dort mit einem anderen Zug zurück nach Ingelheim oder einen Bus ab Mainz nutzen. Laut DB soll dieser Zustand bis einschließlich Montag, den 26. Januar 2026, andauern.
Zweckverband fordert Konsequenzen
Der ZÖPNV stellt infrage, ob die Infrastruktur am linken Rhein ausreichend auf die Belastungen während der Bauphasen geprüft wurde. Dies sei besonders besorgniserregend im Hinblick auf die geplante fünfmonatige Sperrung der rechten Rheinstrecke ab Juli dieses Jahres. „Die Baustellensituation ist aus dem Ruder gelaufen. Was muss noch passieren, bis hier jemand die Notbremse zieht?“, so Heilmann. Er kritisiert, der DB-Konzern habe es „nahezu verlernt, bei laufendem Betrieb zu bauen“.
Der Zweckverband fordert daher einen „Dreiklang“ an Maßnahmen. Dazu gehört eine sofortige Überarbeitung der Baustellenplanung, eine ehrliche und transparente Darstellung der Pläne für die nächsten vier Jahre sowie eine „umfassende Entschuldigungsaktion“ gegenüber den Fahrgästen.