„Die Partei“ Mainz gewinnt Globuli-Wettessen

Böser Seitenhieb auf die Homöopathie: „Die Partei“ Mainz setzt sich in einem Globuli-Wettessen gegen zwei weitere Kreisverbände durch.

„Die Partei“ Mainz gewinnt Globuli-Wettessen

Für die einen sind sie ein Allheilmittel, für andere einfach nur Zuckerkügelchen. Globuli sind das wohl bekannteste Arzneimittel in der Homöopathie. Eine medizinische Wirksamkeit, die über den Placebo-Effekt hinausgeht, wurde jedoch nie belegt. Und genau darüber machte sich „Die Partei“ Mainz lustig: mit einem Globuli-Wettessen.

Kontrahenten waren die Kreisverbände Mainz-Bingen und Saar. Am Ende setzte sich der Mainzer Kreisverband (KV) durch. „Ein glorreicher sportlicher Triumph!“, heißt es in dem Post vom 8. April. „Dank eines packenden Herzschlagfinales, aus dem eine würdige Siegerin hervorging, dürfen wir uns nun zurecht als der gesündeste KV im unmittelbaren Einzugsgebiet der RMV bezeichnen!“

Laut Florian Siemund, erster Vorsitzende des KV Mainz, wurde das Wettessen anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veranstaltet. „Da uns ein Wettessen mit Penicillin oder sonstigen verschreibungspflichtigen Arzneien zu gefährlich war, schafften wir stattdessen 1 Kilo Tortendeko... pardon, Globuli an, die wir in Glasfläschchen abfüllten und diese per Hand beschrifteten.“

Auch wenn die Kandidaten keine besondere Wirkung feststellen können, wolle sich der KV nicht auf eine Meinung zur Homöopathie festlegen – „so lange wir nicht wissen, welche Ansicht uns mehr Wähler kosten würde“, so Siemund gegenüber Merkurist. „Aus persönlichem Eigennutz würden wir uns allerdings in Zukunft dafür stark machen, dass Krankenkassen tendenziell eher Sehhilfen vollständig bezahlen, statt Süßigkeiten.“

Insgesamt habe der Listenplatz 6 für die Stadtratswahl über vier Runden etwa 80 Milliarden Globuli (225g) verzehrt – „also eine Zuckermenge, die mit der von ungefähr zwei Energy-Drinks vergleichbar ist“. Am Ende habe sich jahrelanges Training durch exzessiven Kreppel-Verzehr ausgezahlt.

(ps)

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