Stirbt Tennis in Mainz?

Die Halle in Finthen ist bereits weggefallen, auch die in Bretzenheim und in der Oberstadt können nicht mehr bespielt werden. Dem Tennissport in Mainz fehlt es zurzeit vor allem an Trainingsmöglichkeiten. Ist der Bau eine neuen Halle realistisch?

Stirbt Tennis in Mainz?

Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich – noch vor Jahren waren die drei Tennis-Weltstars regelmäßig in Mainz zu Gast. Damals gehörte die Tennishalle in Finthen zu den wichtigsten Orten im deutschen Tennis. Denn von 1983 bis 2000 fanden die nationalen Hallentennismeisterschaften fast ausschließlich in Mainz statt. Mittlerweile existiert die Tennishalle in Finthen nicht mehr. Auch sonst scheint es Probleme mit den Tennishallen in Mainz zu geben, wie Leser Marcus angibt. In seinem Snip schreibt er: „In Mainz haben mehrere Tennishallen geschlossen. Tennis stirbt mangels Platz. Kinder kriegen kein Training mehr.“ Wie sieht also die aktuelle Situation in Mainz aus?

Der Tennis- und Skiclub Mainz (TSC) am Ebersheimer Weg nutzte beispielsweise früher eine benachbarte Halle für das Training, die inzwischen aber sehr marode ist und eventuell einer Wohnbebauung weichen soll. Mittlerweile können TSC-Mitglieder im Winter in einer Traglufthalle trainieren. Wie der Vizepräsident des TSC Hans Beth gegenüber Merkurist sagt, hätten dort im Winter mehr als 200 Kinder und Jugendliche gespielt.

Erst in der vergangenen Woche sei die im Herbst aufgestellte Traglufthalle wieder abgebaut worden. Insgesamt sei die Lage – auch was die Gesamtsituation des Tennis in Mainz angehe – nicht befriedigend. Dem Tennis in Mainz fehle es seit längerer Zeit an einer weiteren Halle. Das sei bekannt, so Beth.

Platz für Tennisplätze in Mainz vorhanden

Auch in Bretzenheim sieht es nicht gut aus. Dort soll die alte Tennishalle ebenfalls abgerissen werden und dafür Reihenhäuser entstehen. Trainiert wird dort schon länger nicht mehr. Dem Präsidenten des Tennisverbands Rheinland-Pfalz Jan Hanelt, der gleichzeitig Präsident des Tennisverbands Rheinhessen ist, ist die Problematik bekannt. „Mit den Hallen in Bretzenheim und Finthen sind etwa 13 Tennisplätze verloren gegangen.“ Eine neue Halle in Mainz wäre natürlich begrüßenswert. Als Verband könne man aber keine eigene Halle errichten, dafür bedürfe es Zuschüssen oder Investoren, so Hanelt. Hierzu müsse man bei der kommunalen Politik werben.

Denn für eine neue Halle müsste man etwa einen hohen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Betrag ausgeben. Neben dem Stadtgebiet böte sich beispielsweise auch das Gewerbegebiet Hechtsheim oder das Heiligkreuz-Areal an, so Hanelt. Voraussetzung, um die Halle zu erreichen, sei eine gute Stadtbusanbindung. „Substanz für rund zehn Plätze in Mainz gibt es auf jeden Fall“. Das würde auch eine Wiederbelebung des Tennis als Wintersport fördern, so Hanelt.

(ps)

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