Grachten am Mainzer Zollhafen – „Kaufmannshof“ fertiggestellt

Die Entwicklung des Mainzer Zollhafens schreitet schnell voran: Nun ist der erste von insgesamt fünf „Höfen“ fertiggestellt worden. Gebaut wurde der an Grachten liegende Gebäudekomplex von zwei europaweit agierenden Immobiliengesellschaften.

Grachten am Mainzer Zollhafen – „Kaufmannshof“ fertiggestellt

Feierstunde im Mainzer Zollhafen: Der neue Gebäudekomplex „Kaufmannshof“ ist fertiggestellt. Der Bau ergänzt das immer weiter wachsende neue Stadtquartier. Wie Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) am Donnerstag vor Ort sagte, handle es sich beim Bebauungsplan des Hafens um den schwierigsten, den Mainz je gesehen habe.

Von Grachten umgeben

Der „Kaufmannshof“ besteht aus vier Gebäuden, die direkt am Wasser liegen. Für das gemeinschaftliche Projekt schufen die UBM Development Deutschland GmbH und die CA Immo Deutschland GmbH Grachten. Sie sind acht Meter breit und bis zu 1,4 Meter tief. Gespeist werden sie durch Trinkwasser. Das sei nötig, da in Mainz der Niederschlag zu gering ist, um Grachten in dieser Größe anzulegen, erklären Vertreter der Investoren. Außer Wasserpflanzen, die das Gewässer sauber halten, sollen hier bald auch Fische schwimmen.

Die Grachten sollen den Mietern und Besuchern des Kaufmannshofs dabei ein Bild bieten, wie es sonst nur aus Holland bekannt ist, so die Vertreter der Investoren. Der Gebäudekomplex, der auf Hafeninsel V entstanden ist, besteht aus insgesamt 45 Wohnungen, fünf Hafenhäusern und rund 3200 Quadratmetern Gewerbefläche. Verbunden sind die einzelnen Gebäude durch einen Innenhof. Unter der gesamten Nutzfläche befindet sich eine Tiefgarage.

Bauderzernentin Grosse ist von dem neuen Projekt überzeugt. So würden die neuen Bauten nun dafür sorgen, dass immer mehr Bürger ihren Weg zum Hafenbecken finden. Der neu gebaute „Kaufmannshof“ werde über keine Tore verfügen. So biete er allen einen Platz am Wasser. „Die Architektur muss nicht jedem gefallen. Ausschlaggebend ist die Qualität der Bauten“, so die Dezernentin. Vergangenen Monat verkauften die verantwortlichen Immobiliengesellschaft den „Kaufmannshof“ für 48,5 Millionen Euro an eine neue Eigentümerin (wir berichteten). Insgesamt misst die Stadtplanung den Hafeninseln einen großen Wert zu: Denn die insgesamt fünf Inseln greifen den zugeschütteten historischen Bereich des Zollhafens wieder auf. Und auch der Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt, Christoph Hand, ist mit dem Ergebnis zufrieden. „So viel Rheinufer hatte die Neustadt seit 100 Jahren nicht mehr“, so die Einschätzung des Grünen-Politikers.

Hintergrund

Die Stadt führte 2017 einen Architekturwettbewerb durch. 2020 startete die Bebauung der Hafeninsel V, die zwei Jahre später abgeschlossen ist. Die Stadt Mainz plant auch, die weiteren vier Hafeninseln zu bebauen. Auf Hafeninsel IV ist derweil schon ein Rohbau zu sehen. Bis 2030 sollen alle Inseln bebaut sein, so städtische Vertreter.

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