Mainzer Helden: Polizei ehrt mutige Zeugen

Als andere in Not waren, schritten sie helfend ein: Mehrere Menschen wurden heute von der Polizei Mainz für ihren Mut und ihren Einsatz geehrt. Warum Zivilcourage so wichtig ist, erklärt uns die Polizei.

Mainzer Helden: Polizei ehrt mutige Zeugen

Es braucht Mut und Verantwortungsgefühl, um Menschen zu helfen, die in einer Notsituation sind. Einigen besonders couragierten Mainzern dankte Polizeipräsident Reiner Hamm am Mittwoch für ihren Einsatz.

Einer dieser Fälle ereignete sich im Mai in Hechtsheim. Ein Mann hatte beobachtet, wie ein Paar in heftigen Streit geriet. Nachdem die Frau heftig verbal und körperlich attackiert wurde, griff er ein, wollte der Frau helfen. Doch der Begleiter des Paares schlug den Helfer nieder. Ohne lange zu überlegen, kamen vier weitere Männer dazu, teilweise erst 17 Jahre alt. Zwei hielten den Schläger fest, zwei halfen der Frau. Sie informierten die Polizei, die kurze Zeit später die beiden Täter festnehmen konnte.

„Sie haben hingesehen und erkannt, dass jemand Hilfe braucht“ - Heidi Nägel

Sechs Zeugen, die einschritten, als jemand in einer Notlage war. „Sie haben hingesehen und erkannt, dass jemand Hilfe braucht“, so Heidi Nägel von der Polizei Mainz im Gespräch mit Merkurist. Bereits seit 20 Jahren ist sie zuständig für das Projekt „Zivilcourage“ und die Auswahl der zu ehrenden Zeugen. Sie kontaktiert die Zeugen, spricht mit ihnen und hört sich deren Sicht der Dinge an. „Es ist ihnen im Nachhinein auch wichtig zu wissen, dass es dem Opfer gut geht.“

Wichtige Unterstützung für die Polizei

Für die Polizei selbst seien solche mutigen Helfer natürlich eine wichtige Unterstützung. „Und sie geben den Opfern das Gefühl, dass jemand für sie da ist, wenn sie wirklich Hilfe brauchen“, so Nägel. Dabei könne Helfen vieles bedeuten: ein direktes Einschreiten und Blockieren oder Verfolgen der Täter, sich um das Opfer kümmern, andere ansprechen, schnell bei der Polizei anrufen oder anschließend als Zeuge aussagen. Viele Menschen würden oft nicht erkennen, wenn jemand Hilfe braucht oder seien unsicher, wie sie helfen können.

Unsicher war ein 41-jähriger Mann in der Mainzer Altstadt jedoch nicht, als er im Juni sah, wie ein Frau geschlagen und ihres Handys beraubt wurde (wir berichteten). Er nahm die Verfolgung des Täters auf und wählte gleichzeitig die Notrufnummer der Polizei. Bis ihn die Beamten mittels seiner Standortbeschreibungen gefunden hatten, ließ er den Dieb nicht aus den Augen. Der Täter konnte dadurch festgenommen werden.

Die Zeugen beider Fälle wurden mit einer Urkunde und einem kleinen Präsent geehrt. Außerdem werden sie für den Preis für Zivilcourage vorgeschlagen, der einmal im Jahr in Rheinland-Pfalz an außergewöhnliche Menschen für mutiges und engagiertes Handeln vergeben wird.

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