„Besitos“-Nachfolger eröffnet am Hauptbahnhof

Vor einem halben Jahr schloss die Tapas-Bar „Besitos“ am Mainzer Hauptbahnhof. Am morgigen Samstag eröffnet der Nachfolger: das „Zenz“. Was die Gäste erwartet, erklärte Geschäftsführer Markus Hoffmann am Freitag.

„Besitos“-Nachfolger eröffnet am Hauptbahnhof

Wer den Begriff Wirtshaus hört, verbindet mit ihm wahrscheinlich ein eher grobes und rustikales Ambiente. Im „Zenz“ ist das etwas anders. Der „Besitos“-Nachfolger am Mainzer Hauptbahnhof greift zwar traditionelle Wirtshaus-Elemente auf, interpretiert sie aber deutlich moderner. Das zeigt sich schon in der Einrichtung, die Geschäftsführer Markus Hoffmann am Freitag vorstellte.

„Im Vergleich zum ‘Besitos’ ist es jetzt freundlicher, transparenter und heller.“ Dafür habe man beispielsweise Lüftungen entfernt und die Decke freigelegt, zudem viel Wert auf Details gelegt – etwa auf Blumenornamente auf dem Boden oder geflieste Tischplatten. Auch die Farbe Kupfer spielt eine große Rolle bei der Einrichtung, so ist in einem Raum die Wand mit Kupferplatten veschindelt. „Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man in einem Braukessel sitzen“, so Hoffmann.

Bier und „Leibspeisen“

Denn Bier ist eines der „Steckenpferde“ des neuen Lokals. So gibt es acht Biere vom Fass, darunter Pils, Craftbier, Dunkles und Helles, sowie 14 Flaschenbiere. Auch sonst taucht Bier auf der Getränkekarte immer wieder auf: als Bier-Bowle etwa oder als „Hopfen-Spritz“, einer Variante des Aperol Spritz. „Wir haben viel experimentiert“, sagt Hoffmann. Dabei geholfen hat Biersommelière Janina, die ihr Handwerk bei einem vierfachen Bier-Sommelier-Weltmeister gelernt hat und derzeit noch die Barkeeper anlernt. Auch Cocktails, Gins und regionale Weine stehen auf der Karte.

Das andere Steckenpferd: „Leibspeisen“. Auf der Karte stehen 15 feste Gerichte, die traditionelles Wirtshausessen mit modernen Elementen verbinden. So sehen zum Beispiel ein Schweinebraten in Biersoße und ein mit Malzbier mariniertes Backhähnchen auf der Karte. „Das Thema Bier zieht sich auch in der Speisekarte durch“, so Hoffmann. Weitere feste Gerichte sind unter anderem: Schweinebraten, Lachsfilet und Kässpätzle. Dazu kommt ein wöchentlich wechselnder Mittagstisch mit Speisen von 5 bis 15 Euro.

Zudem lege man Wert auf nachhaltig angebaute Zutaten, die von regionalen Anbietern stammen. So gebe es in den nächsten Monaten mehr Sommergemüse und Fisch, im Herbst dann eher Pilze, Wild und Kürbis. Auch das Bierangebot passe man immer wieder an die Jahreszeiten an: Im Herbst gibt es Festbier, Maibock im Mai und Nikolausbock im Dezember.

„Sozialer Hahn“ als besondere Aktion

Ein besondere Aktion des Lokals ist der „soziale Hahn“: Wer Bier aus diesem Zapfhahn bestellt, fördert gleichzeitig mit 30 Cent soziale Projekte in Mainz. Am Anfang gehen die Einnahmen an die Mainzer Tafel, doch für die Zukunft können sich auch andere Vereine und Projekte bewerben. Hoffmann sagt: „Wir haben am Bahnhofsplatz eröffnet, der ja durchaus ein sozialer Brennpunkt ist. Deshalb wollen wir auch soziale Verantwortung übernehmen.“

Doch warum der Name„Zenz“? Der Name sei die Kurzform des altdeutschen Vornamens Kreszentia und stehe für das urbane Wirtshauskonzept, „das handwerkliche Tradition und Moderne verbindet“. Das Mainzer Wirtshaus wird schon am morgigen Samstag (30. Mai) um 11 Uhr eröffnen. Ursprünglich war Anfang Mai vorgesehen, doch die Corona-Krise schob die Eröffnung nach hinten. Wegen der Corona-Regeln müssen die Tische bis morgen auch noch umgestellt werden. „Wir hätten normalerweise 160 Sitzplätze drinnen und 130 draußen. Aktuell sind es etwa 110 und 80 Plätze“, so Hoffmann.

Eröffnet das „Besitos“ wieder in Mainz?

Das „Zenz“ ist wie „Besitos“ oder „Wilma Wunder“ ein Projekt der „Enchilada“-Gruppe. Ein Franchise aus dem Wirtshaus-Konzept zu machen, ist allerdings erst einmal nicht geplant. „Das Konzept ist sehr auf Mainz zugeschnitten. Es gibt zum Beispiel Saumagen von einer Metzgerei am Schillerplatz. Das kann man nicht so einfach auf Hamburg übertragen“, sagt Hoffmann. „Wenn wir aber erfolgreich sind und es jemand in einer anderen Stadt aufbauen will – warum nicht?“

Und was wurde aus dem Plan, das „Besitos“ an anderer Stelle wiederzueröffnen? Hoffmann sagt: „Das ist erst einmal auf Eis gelegt.“ Zwar habe man Gespräche mit zwei Vermietern geführt, doch die Corona-Zeit mache eine weitere Neueröffnung schwierig. „Wir halten aber an dem Plan fest, das ‘Besitos’ irgendwann wieder in Mainz zu eröffnen.“

Das „Zenz“ gegenüber vom Mainzer Hauptbahnhof hat ab dem 30. Mai täglich von 11 bis 22:30 Uhr geöffnet. Sollte die Corona-„Sperrstunde“ aufgehoben werden, öffnet das Lokal bis 1 Uhr. (pk)

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