Volkszählung in Mainz ab Mai

Zum letzten Mal wurde 2011 gezählt, wie viele Menschen in Mainz leben. Ab Mitte Mai startet eine neue Zensus-Runde. Einige Mainzer können also ab dem 15. Mai Besuch erwarten.

Volkszählung in Mainz ab Mai

Wie viele Menschen leben in Mainz? Wie wohnen und arbeiten sie? Diese Fragen sollen ab dem 15. Mai geklärt werden. Dann findet in Deutschland wieder der „Zensus“ statt – es wird also gezählt, wie viele Menschen im Land leben und weitere Bevölkerung- und Wohnungsdaten erhoben. Auch einige Mainzer bekommen deshalb ab Mitte Mai Besuch.

„Das Hauptziel des Zensus ist die Ermittlung korrekter Datengrundlagen für die jeweilige Stadt“, erklärt Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) den Hintergrund. „In Mainz geht es also auch darum, ob die Anzahl der tatsächlich hier wohnenden Personen mit der Zahl der gemeldeten Personen übereinstimmt, da von diesen Daten wichtige weitere Entscheidungen abgeleitet werden – etwa Schlüsselzuweisungen, Zuschnitte von Wahlkreisen oder Förderungen.“ Bundesweit wird nur rund zehn Prozent der Bevölkerung für ein kurzes Interview und einen anschließenden Online-Fragebogen ausgewählt. „Die anonymisierte Auswertung der Daten ist dabei garantiert.“ Zuletzt wurde in Mainz 2011 gezählt.

In Mainz sei eine Haushalts-Stichprobe von rund 2300 Gebäuden vorgegeben – darunter alle 50 Studenten-Wohnheime sowie alle Seniorenheime und Flüchtlingsunterkünfte. Alle zur Befragung ausgewählten Personen sind zur Auskunft verpflichtet. Die Befragung vor Ort soll nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Im persönlichen Interview werden ein paar persönliche Angaben erfasst. Anschließend erhalten die Bewohner Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen, um weitere Angaben selbst eintragen zu können. Man kann die Fragen aber auch auf einem Papierfragebogen beantworten. Die Interviewer weisen sich mit einem speziellen Ausweis und ihrem Personalausweis aus. Danach kann jeder fragen, der von ihnen besucht wird.

Außer der Einwohnerzahl ermittelt der Zensus auch die Zahl der Wohnungen und Gebäude in Deutschland. Eigentümer und Verwalter werden dazu vorab auf dem Postweg angeschrieben und sollen einen Online- oder Papierfragebogen ausfüllen. Dabei geht es um Angaben zur Größe, Heizungsart, Ausstattung und Kaltmiete ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Wohngebäudes.

Hintergrund

Der Zensus ist der Nachfolger der klassischen Volkszählung. Auf Basis der ermittelten Bevölkerungszahlen werden zum Beispiel die Zuschnitte der jeweiligen Wahlkreise eingeteilt und die Stimmenverteilung der Länder im Bundesrat festgelegt. Auch der Länderfinanzausgleich, die Berechnungen für EU-Fördermittel und die Verteilung von Steuermitteln beruhen auf den Zensusdaten. Der größte Unterschied zur traditionellen Volkszählung ist, dass nicht die gesamte Bevölkerung befragt werden muss. Stattdessen werden zum Großteil Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, die um eine Stichprobenbefragung ergänzt werden. Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfinden soll. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Zählung letztes Jahr verschoben.

Weitere Details zum Zensus 2022 findet ihr hier.

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