Ärger um Fernsehgarten-Triathlon

Dieser ZDF-Fernsehgarten sorgte für Unmut in Mainz. Bei einem Triathlon-Event mussten Straßen rund um das ZDF-Gelände gesperrt werden. Unbekannte hatten sogar versucht, das Event zu sabotieren.

Ärger um Fernsehgarten-Triathlon

Schwimmen, Radfahren, Laufen: Am vergangenen Sonntag ging es beim ZDF-Fernsehgarten-Triathlon sportlich zu. Die Laufstrecke befand sich zum Teil auf dem ZDF-Areal. Die Fahrradstrecke führte die Teilnehmer vom Lerchenberg bis Marienborn und wieder zurück ins Sendezentrum. Daher kam es am Sonntag zwischen 12 und 17:30 Uhr zu Verkehrseinschränkungen entlang der Strecke (wir berichteten). Doch einige Mainzer waren davon genervt. Merkurist-Leser Henrik berichtet, dass der Lerchenberg regelrecht „abgeriegelt“ war.

Auch die Mainzer CDU-Stadtratsfraktion kritisiert den ZDF-Fernsehgarten-Triathlon. In einem Statement vom Montag heißt es: „Die CDU-Fraktion im Mainzer Stadtrat kritisiert die Durchführung des Triathlons am vergangenen Sonntag in dieser Form und die damit verbundenen Straßensperrungen.“ Laut dem Fraktionsvorsitzenden Hannsgeorg Schönig, müsse die Stadt darlegen, wieso es zu diesem Verkehrschaos, insbesondere in der Stadtteilen Drais und Lerchenberg, kommen musste.

„Stadtteile von der Außenwelt abgeschnitten“

Die Stadtteile seien teilweise „nahezu komplett von der Außenwelt abgeschnitten“, heißt es. „Hier hätte man durch eine umsichtigere Wegführung geschickter agieren können. Man fragt sich, wer so etwas hat genehmigen können“, so Schönig weiter. Als „geradezu desaströs“ bezeichnet die CDU die Information der Anwohner im Vorfeld. Bis auf einen kurzen Artikel am Vortag der Veranstaltung sei die Bevölkerung gänzlich uninformiert gewesen. Es habe weder eine Vorabinformation noch eine ausreichende Beschilderung gegeben.

Die Lerchenberger Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD) hat laut eigener Aussage bisher noch keine Rückmeldungen zu den Sperrungen am Sonntag erhalten. Sie verfolgte den Triathlon teilweise direkt an der Strecke und berichtet gegenüber Merkurist: „Ich verstehe, dass es für manche Bürgerinnen und Bürger ärgerlich war.“ An einigen Straßen hatten Sicherheitsdienstmitarbeiter die Strecke mit Zäunen abgesperrt. Wenn die Wegstrecke frei war, wurden die Sperrungen kurzzeitig für Auto-, Radfahrer und Fußgänger aufgehoben.

„Manchmal musste man an den Gittern für einige Minuten warten. Einige Bürger haben empört reagiert, andere nahmen es eher gelassen“, sagt Westrich. „Es war nicht optimal, es wurde sich aber bemüht, die Tore nach Möglichkeit zu öffnen.“ In Sachen ÖPNV sei die Situation ihrer Ansicht nach jedoch ohne größere Probleme verlaufen.

Reiszwecken auf Radstrecke verteilt

Bereits während des Triathlons sorgte eine Aktion für Aufregung: Unbekannte hatten laut Polizei Mainz Reißzwecken auf der Rad-Strecke verteilt. Die Polizei zählte laut eigenen Angaben rund 50 Stück und entfernte diese gemeinsam mit dem Veranstalter. Vier Radfahrer und ein Motorradfahrer hatten durch die Reißzwecken Pannen. Laut dem Veranstalter waren insgesamt sogar 40 Radfahrer betroffen. Laut Polizei handelt es sich bei dem Delikt um eine Sachbeschädigung. Den noch unbekannten Tätern drohen Geldstrafen oder womöglich sogar bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Die Polizei ermittelt noch. (rk)

Logo