Ein Abend nach der Johannisnacht endete für die Mainzerin Annabelle in einer Katastrophe: Eine Person warf eine halbvolle Bierflasche in ihre Gruppe und verletzte sie dabei schwer. Wie man nach solch einer Gewalttat weiterlebt, zeigt die Reportage-Reihe „37°Leben“ nun am Beispiel von Annabelle.
„Alles hat sich verändert“
Bei der Attacke auf dem Fest durchtrennte das Glas der Flasche eine Sehne in Annabelles Fuß. Acht Wochen lang konnte sie nicht laufen. Trotz einer Operation, Aufenthalt in einem Schmerz-Zentrum und Physiotherapie leidet sie bis heute an chronischen Schmerzen. Die Folgen waren so gravierend, dass die selbstständige Friseur-Meisterin ihren Laden aufgeben musste, da sie das dauerhafte Stehen nicht mehr aushielt.
Auch bei ihrer Arbeit als Schauspielerin an der Oper in Frankfurt begleitet Annabelle die Sorge: Schaffe ich das körperlich? Trotzdem steht für die Mainzerin fest: „Ich möchte leben und meine Lebenslust nicht verlieren.“
Weiteres Schicksal
Außer Annabelles Schicksal beleuchtet die Reportage auch das Leben des 32-jährigen Markus aus Wuppertal. Er wurde nachts an einer Tankstelle von einer Gruppe junger Männer fast totgeschlagen. Die Täter traten auf seinen Kopf ein, als er bereits am Boden lag. Beide Kiefer waren gebrochen und er konnte tagelang nichts sehen – beinahe wäre er dauerhaft erblindet.
Für Markus war die brutale Attacke ein Wendepunkt. Ihm wurde bewusst, dass er an der Tankstelle hätte sterben können, und er beschloss, sein Leben neu zu ordnen. Inzwischen hat er sich mit einem eigenen Tattoo-Studio selbstständig gemacht. Die Reportage zeigt, wie die beiden Betroffenen versuchen, mit den Folgen der unerwarteten Gewalt umzugehen.
„Leben nach der Gewalt“ aus der Reportage-Reihe „37°Leben“ läuft am Sonntag (22. März) um 9:03 Uhr im ZDF. Zudem ist die Reportage in der ZDF-Mediathek abrufbar.