Polizei Mainz reagiert auf Böhmermann-Kritik

Auf anonyme Anzeigen des Teams der ZDF-Sendung „Magazin Royale“ haben offenbar mehrere Polizeidienststellen in Deutschland nicht oder sehr spät reagiert. Die Polizei Mainz äußert sich nun auf Twitter.

Polizei Mainz reagiert auf Böhmermann-Kritik

In seiner Sendung ZDF Magazin Royale haben Jan Böhmermann und sein Team schon einige Skandale oder Ungereimtheiten aufgedeckt. Vor kurzem etwa zu den Masken-Geschäften des Influencers Fynn Kliemann. In der Sendung am Freitag war nun die deutsche Polizei an der Reihe: In allen 16 Ländern hatte Böhmermanns Team ausgetestet, wie die Polizei gegen Hass im Internet vorgeht. Mitarbeiter gaben sich als normale Bürger aus und zeigten Hassbotschaften und Hakenkreuze an, die im Netz gepostet wurden.

Während in einigen Ländern ermittelt wurde und auch auch ein Täter verurteilt wurde, begannen anderswo die Ermittlungen gar nicht erst. Gegen Ende des Beitrags war die rheinland-pfälzische Polizei an der Reihe. „Und hey, Polizei in Rheinland-Pfalz: Warum habt ihr unsere Anzeigen erst vor drei Wochen an die Staatsanwaltschaft Mainz übergeben“, fragt Böhmermann in seiner Moderation. „Zufällig wenige Tage, nachdem wir als ZDF Magazin Royale offiziell bei der Polizei mal nach dem Ermittlungsstand gefragt haben.“

Dann liest Böhmermann eine Antwort-Mail der rheinland-pfälzischen Polizei vor. „Es waren sowohl zeitlich als auch inhaltlich intensive Ermittlungen zu führen, die einen langen Zeitraum in Anspruch genommen haben.“ Für Böhmermann wenig glaubhaft: „Inhaltlich intensiv? Zehn Monate lang?“

Polizei Mainz reagiert

Auf Twitter hat nun die Polizei Mainz auf die Vorwürfe reagiert. „Grundsätzlich nehmen wir alle Hinweise, egal auf welchem Weg sie uns erreichen, ernst“, heißt es in dem Tweet von Samstagmittag. „Sei es hier auf Twitter, in Facebook, Instagram, per Mail, Onlinewache, telefonisch oder eben im persönlichen Kontakt.“ Die Hinweise würden angenommen, geprüft, bewertet, lösten Einsätze aus oder würden bearbeitet. „Der weitere Weg ist von unzähligen Faktoren abhängig und durch uns nicht immer vollständig beeinflussbar. Wir sind dabei auf die Zuarbeit von Providern & sozialen Netzwerken uvm. angewiesen.“

Dennoch überprüfe man regelmäßig Optimierungsmöglichkeiten. „Unser Anspruch ist es, den Erwartungen und Verpflichtungen gerecht zu werden“, so die Polizei. „Wir werden daher auch die Kritik und vielen Hinweise dieser Sendung in unsere Überprüfung zur Optimierung einfließen lassen.“ Bereits weit vor der Sendung sei etwa die Onlinewache angepasst und das Erstatten von Anzeigen zu „Hass im Netz“ und „Internetkriminalität“ deutlich optimiert worden. „Das ist nur ein Schritt von vielen zur ständigen Verbesserung, aber wir bleiben dran, versprochen!“

Die ganze Recherche des ZDF Magazin Royales ist unter www.tatütata.fail zu finden.

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