Fünf Fakten zur Theodor-Heuss-Brücke

Die Theodor-Heuss-Brücke ist eine wichtige Verbindung zwischen den Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden und eine beliebte Sehenswürdigkeit. Wir haben uns mit der Brücke beschäftigt und stellen Euch fünf besondere Fakten dazu vor.

Fünf Fakten zur Theodor-Heuss-Brücke

Wer von Mainz nach Wiesbaden oder wieder zurück möchte, muss zwangsläufig den Rhein überqueren. Die schönste Strecke führt dabei über die Theodor-Heuss-Brücke. Die nach dem ersten deutschen Bundespräsidenten benannte Brücke führt vom Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz zur ehemaligen Kaserne „Reduit“ in Kastel. Hier stellen wir Euch fünf besondere Fakten zur Theodor-Heuss-Brücke vor.

Pferdebahn und Brückenzoll

In den 1880er-Jahren sorgte die hessische Landesregierung für den Bau der Brücke, die Mainz und Wiesbaden nach über 1000 Jahren wieder miteinander verbinden sollte. Das berichtet der Historiker Klaus Lehne in der AKK-Zeitung. Die Regierung habe den Münchener Architekten Friedrich von Thiersch mit dem Bau beauftragt. Er hat auch das Kurhaus in Wiesbaden und die Frankfurter Festhalle gebaut und wurde später sogar zum Ritter geschlagen.

Bis 1885 wurde am Bau der Brücke gearbeitet, der die Regierung für die damalige Zeit immens viel Geld gekostet hat. Daher musste jeder, der die Brücke überqueren wollte, einen Brückenzoll zahlen: Fußgänger zahlten vier Pfennig, für Schweine und Ziegen musste ein Pfennig gezahlt werden, Schüler durften die Brücke kostenlos benutzen. Außerdem gab es eine Pferdebahn und später auch eine elektrische Straßenbahn, die die Passanten für fünf Pfennig über den Rhein brachte, so Lehne.

„Hat die Theodor-Heuss-Brücke ein Ersatzteil?“

Das hat eine Merkurist-Leserin in einem Snip gefragt. Sie wundert sich seit Jahren über ein graues Metallteil, das seitlich am Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke in Kastel angebracht ist.

Leserin Julia weiß die Lösung: „Das ist ein schmiedeeisernes Originalteil als Erinnerung an die Bögen vor der Restaurierung/Renovierung“, kommentiert sie. Ein Sprecher der Stadt Wiesbaden bestätigt, dass nach einer Sanierung ein Teil des originalen Halbbogens als Dekoration an der Brücke befestigt wurde.

In den Jahren 1991 bis 1995 wurde die Theodor-Heuss-Brücke generalüberholt, die Stahlbögen wurden ausgetauscht und die Fahrbahnplatten erneuert. Im Interesse des Denkmalschutzes wurde darauf geachtet, die Brücke originalgetreu wiederherzustellen.

Ein Fest zu Ehren der Theodor-Heuss-Brücke

Als die Brücke nach der mehr als dreijährigen Generalsanierung wieder befahren werden konnte, feierten Mainzer und Wiesbadener das mit einem Brückenfest. Rund 200.000 Fußgänger aus den beiden Landeshauptstädten trafen sich am 18. Juli 1995 an der Theodor-Heuss-Brücke, um die erneuerte Verbindung zwischen ihren Heimatstädten zu feiern.

Nach Angaben der Stadt Mainz gab es anlässlich des Festes Events auf sieben Bühnen am Rheinufer um die Brücke herum. Der Abschluss der Sanierung sei außerdem mit einem Doppelfeuerwerk gefeiert worden. Zur Mitfinanzierung des Festes konnten die Passanten 1995 gegen einen Brückenzoll ein kleines Souvenir kaufen.

Auch zur Einweihung im Jahr 1885 gab es schon ein Brückenfest. Zu diesem Anlass wurde von einem Rheindampfer aus ein großes Feuerwerk gezündet. Ein weiteres Brückenfest wurde 1950 gefeiert, als die Brücke nach der Sprengung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss weihte die Brücke während des Festes ein. Von ihm erhielt sie später auch ihren Namen.

Zu welcher Stadt gehört die Brücke?

Die Theodor-Heuss-Brücke ist gleichzeitig Grenze und Verbindung der beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Ortsschild Mainz-Kastel auf der Brücke markiert die Landesgrenze. Außerdem grenzt es die beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden voneinander ab.

Doch das Schild steht nicht ganz mittig auf der Brücke, denn: Die wichtigste Brücke zwischen Hessen und Rheinland Pfalz gehört zu rund zwei Dritteln zur Stadt Wiesbaden. Nur etwa 30 Prozent ihrer Fahrbahn zählen zum rheinland-pfälzischen Boden.

Mit der Fähre über den Rhein

Alternativ konnten Mainzer den Rhein im 20. Jahrhundert auch mit einer Fähre überqueren. Sie legte am Fischtor, an der Kostheimer Kirche und an der Maaraue an. „In den 1930er-Jahren wurde der Betrieb von meinem Großvater Johann Franz und seinem Bruder aufgebaut“, erinnert sich Tamara Franz, die Tochter des letzten Betreibers der Personenschifffahrt Franz.

Die „Weiße Flotte von Kostheim“ bestand aus drei Fährbooten, die im Volksmund nur „Schiffsschebootsche“ genannt wurden. „Sie hießen Patria, Auria Moguntia und Johanna“, erzählt Franz. Eins der Boote sei auch heute noch in Betrieb: „Johanna fährt heute in Wiesbaden-Biebrich zwischen Rettbergsaue und Schierstein. Allerdings heißt sie inzwischen Tamara - mein Vater hatte sie später nach mir umbenannt.“

Die Nachfrage habe immer mehr abgenommen, so Franz. Daher sei der Fährbetrieb irgendwann in den 1960ern oder Anfang der 1970er eingestellt worden. „Es gab irgendwann immer weniger Gäste im Fährbetrieb. Die Menschen nutzten lieber andere Wege, sie hatten schließlich die Theodor-Heuss-Brücke und Linienbusse.“ (pk)

Logo