Gleich zwei Teams der Martinusschule in Mainz-Weisenau haben sich für das Deutschlandfinale der World Robot Olympiade (WRO) qualifiziert. Mit ihrem Projekt zum diesjährigen Wettbewerbsthema „Robots meet Culture“ erreichten die Grundschulkinder bei den Regionalwettbewerben den zweiten und dritten Platz.
In der Kategorie „Future Innovators“ hatten sich die Mädchen und Jungen im Alter von 9 und 10 Jahren monatelang damit beschäftigt, wie Robotik Menschen mit und ohne Beeinträchtigung den Zugang zu kulturellen Angeboten erleichtern kann. Daraus entstanden zwei Lösungen, die Technologie und Inklusion miteinander verbinden.
Von fühlbarer Musik und autonomen Rikschas
Das erste Team entwickelte einen sogenannten Snoezelen Chair. Bei diesem Stuhl werden Musik und Klänge nicht nur über Lautsprecher, sondern auch als fühlbare Schwingungen über eine spezielle Liegefläche auf den Körper übertragen. So gestalteten die Kinder „eigene Erlebniswelten“ für Festivals, Opern oder Museumsbesuche, die verschiedene Sinne ansprechen, wie Gabriele Moeren, die Leiterin der AG „MartinusRobots“ erklärt.
Ein zweites Team baute eine autonome Rikscha für inklusive Stadtführungen. Der Roboter folgt selbstständig einer festgelegten Strecke, erkennt Hindernisse und kann verschiedene Routen abfahren. Informationen zu den Sehenswürdigkeiten gibt er über Lautsprecher und ein Display aus, sodass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam an einer Führung teilnehmen können.
Langjährige Arbeit zahlt sich aus
„Die Kinder haben über viele Monate mit großer Begeisterung, Kreativität und Ausdauer an ihren Ideen gearbeitet“, so Moeren. „Besonders beeindruckt mich, dass sie nicht nur technische Lösungen entwickelt haben, sondern dabei immer die Bedürfnisse anderer Menschen im Blick hatten.“ Dass sich gleich zwei Teams für das Deutschlandfinale qualifizieren konnten, sei eine „wunderbare Anerkennung ihrer Arbeit und ihres Engagements“.
Der Erfolg ist laut Moeren das Ergebnis einer langjährigen Robotik-Arbeit an der Martinusschule. Bereits 2017 entstand mithilfe des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“ die erste Robotik-AG. Moeren rief das Projekt damals ins Leben und entwickelt es seitdem weiter. Unterstützung erhält sie von einem Vater, der sein technisches Wissen ehrenamtlich mit einbringt.
Nun würden sich alle darauf freuen, ihre Projekte beim Deutschlandfinale in Trier zu präsentieren und dabei die Martinusschule sowie die Stadt Mainz bei der Deutschen Meisterschaft der Robotik zu vertreten.