Wie die Stadt Mainz bezahlbaren Wohnraum schaffen will

Wohnraum in Mainz ist begrenzt und teuer. Doch wie wird sich eigentlich der Flächenbedarf für Wohnbebauung im Stadtgebiet entwickeln? Unter anderem diese Frage soll der Wohnungsmarktbericht beantworten, der nun von der Stadt vorgestellt wurde.

Wie die Stadt Mainz bezahlbaren Wohnraum schaffen will

Mainz wächst immer weiter. Nahezu jedes Jahr werden es mehr Einwohner in der Stadt. Doch diese Entwicklung hat seit vielen Jahren auch ihre Schattenseiten. Zu den „Wachstumsschmerzen“ zählen insbesondere die steigenden Kosten für das Wohnen. Seit längerer Zeit befindet sich Mainz auf der Rangliste der deutschen Städte mit den teuersten Mietpreisen und rangiert hinter Städten wie München, Stuttgart und Frankfurt auf einem der Spitzenplätze.

Für die Landeshauptstadt Mainz habe deshalb die Schaffung und die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum höchste Priorität, sagt Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Wie dies nun alles geschafft werden soll, soll der Wohnungsmarktbericht 2020 zeigen, den das Berliner Forschungs- und Beratungsinstitut RegioKontext GmbH im Auftrag der Landeshauptstadt Mainz erstellt hat. Am Dienstagmittag wurde der Bericht jetzt vorgestellt.

Wohnungsneubau muss konsequent fortgeführt werden

Wie Ebling vorab sagte, habe die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren bereits vielfältige Anstrengungen beim Wohnungsneubau und der Intensivierung des geförderten Wohnungsbaus unternommen. Zwischen 2011 und 2018 sei der Wohnungsneubau in Mainz massiv angekurbelt worden. In diesem Zeitraum seien mehr als 6500 neue Wohnungen entstanden. Zwischen 2019 und 2025 sollen nun weitere 5500 entstehen.

Generell habe Mainz in den vergangenen zehn Jahren als Landeshauptstadt sowie als bedeutender Hochschul- und Medienstandort zu den überdurchschnittlich wachsenden Städten im Bundesgebiet gehört. Dabei spiele nicht nur die Wohnungsnachfrage eine Rolle, denn der Mainzer Wohnungsmarkt sei auch für Kapitalanleger attraktiv, so Arnt von Bodelschwingh von RegioKontext. In der Folge hätten insbesondere Haushalte mit niedrigem und mittlerem Budget Schwierigkeiten eine bezahlbare Wohnung zu finden. Nunmehr stelle sich die Frage, wie sich der Mainzer Wohnungsmarkt mittelfristig - bis zum Jahr 2030 - entwickeln und auf die künftigen Nachfragegruppen und -prioritäten ausgerichtet werden sollte.

Aktuell speise sich der Einwohnerzuwachs aus der Gruppe der 15 bis 24-Jährigen. In allen anderen Altersgruppen verliere Mainz hingegen. Die meisten Haushalte stellten in Mainz die 1- bis 2-Personenhaushalte dar. 80 Prozent aller Haushalte seien zudem kinderlos. Insgeamt gebe es aktuell jedoch zu wenig Wohnungen im Stadtgebiet. „Es fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen für unterschiedliche Einkommenssituationen und Lebenskonzepte“, so von Bodelschwingh. Die Stadt wachse zudem weiter, wenn auch mit nachlassender Geschwindigkeit. Auch die Zahl der Haushalte werde weiter steigen. Theoretisch könne man den stetig steigenden Wohnbedarf durch die Erschließung neuer Bauflächen decken. Doch der Wohnungsneubau müsse deswegen konsequent und bedarfsgerecht weitergeführt werden, um bezahlbares Wohnen in Mainz langfristig zu sichern, so der Bericht.

Suche nach neuen Flächen in Mainz

Mit Blick auf den Wohnungsmarktbericht sieht Ebling nun Handlungsbedarf. Die Bemühungen, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, müssten in den nächsten fünf Jahren nochmals an Fahrt aufnehmen, so der OB. „Mittelfristig haben wir insbesondere mit dem Heiligkreuzviertel, der GFZ-Kaserne, der Frankenhöhe und dem Medienberg große Potenzialflächen für weitere - auch geförderte - Wohnungen, die wir in den kommenden zehn Jahren nutzen werden.“ Trotzdem müsse sich Mainz perspektivisch für die weitere Zukunft ab dem Jahr 2030 Gedanken machen, wo noch Wohnungsbau möglich ist. Daher wolle die Stadt bald zwei Folge-Untersuchungen in Auftrag geben.

Die erste Untersuchung soll ermitteln, wo längerfristig Potenzialflächen für das Wohnen jenseits der bisher ermittelten Innenstadtbereiche vorhanden sind und unter welchen Rahmenbedingungen diese genutzt oder eben nicht genutzt werden können. Durch ein zweites Gutachten sollen gleichzeitig weitere Möglichkeiten zur Ermittlung von Wohnungspotenzialen, wie durch Gebäudeaufstockungen, Schließung „echter“ Baulücken oder die Aktivierung von Leerständen im Innenbereich systematisch untersucht und aufgedeckt werden.

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