Wohnkosten für Geringverdiener in Mainz explodieren

Job-Center muss einspringen

Wohnkosten für Geringverdiener in Mainz explodieren

In Mainz gibt es kaum noch Wohnraum für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts in Hannover. Die Mieten für einfache Wohnungen stiegen fast fünfmal so stark an wie die Lebenshaltungskosten.

Demnach nahmen die vom Job-Center übernommenen Mieten für Single-Haushalte innerhalb von gut sechs Jahren (März 2014 bis August 2020) um 31 Prozent zu, während die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum nur um 6,5 Prozent zulegten. Hart getroffen werden Mindestlohnbezieher, Alleinerziehende sowie Rentner, die ihre kleine Rente mit einem Minijob aufbessern.

„Bei den Mieten wird oft rausgeholt, was rauszuholen ist. Dabei bauen Vermieter auf die Job-Center als zuverlässige Zahlstelle. Diese übernehmen zwar nur die Kosten für Wohnungen mit einfachen Standards. Aber genau auf diese Wohnungen sind nicht nur Hartz-IV-Empfänger angewiesen, sondern eben auch die vielen anderen Haushalte mit niedrigen Einkommen“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.

Das Angebot an günstigen Wohnungen sei deshalb rar. Letztlich habe eine unzureichende Wohnungspolitik dazu geführt, dass Ende 2019 in Mainz knapp 3700 Wohnungen oder 3,1 Prozent des Wohnungsbestands fehlten, so das Ergebnis der Analyse.

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