Müssen Kleingartenanlagen in Mainz Wohngebieten weichen?

24 Kleingartenkolonien gibt es in Mainz. Doch was wäre, wenn diese Wohnbebauung weichen müssten, wie es in Berlin geplant ist? Merkurist hat mit der Stadtverwaltung über diese Idee gesprochen.

Müssen Kleingartenanlagen in Mainz Wohngebieten weichen?

Mainz wächst. Und das bedeutet: Es werden Wohnungen benötigt. Doch wo sollen diese gebaut werden? Das fragt sich auch Merkurist-Leser Manuel und schlägt Flächen vor, die vielleicht noch nicht jedem in den Sinn gekommen sind: Kleingartenanlagen, die in Mainz oftmals durch die Tram-Trassen gut angebunden sind. In seinem Snip fragt er: „Können wir uns bei diesem Wohnungsdruck noch Kleingärten entlang von Straßenbahnstrecken leisten?“

Berlin macht es vor. Hier könnten ab 2030 die Arbeiten auf Kleingartenanlagen im gesamten Stadtgebiet beginnen. 7000 Wohnungen sollen so entstehen, berichtet der „Tagesspiegel“, Ersatzflächen sollen für die Gärtner aber eingerichtet werden. Entschieden ist in diesem Fall aber noch nichts. Doch wäre es auch in Mainz denkbar?

Ursache: Demografischer Wandel

Bislang habe es dazu noch keine Überlegungen gegeben, sagt Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz. „Das ist eine bundesweite Diskussion, die das Baudezernat verfolgt.“ Um Schrebergärten in Wohnfläche umzuwandeln, müsse zunächst geprüft werden, ob die Anlagen ihre Funktion noch erfüllen. In Mainz gebe es keine Kolonie, die nicht funktionsfähig sei. Derzeit liege die Auslastung der Kleingartenkolonien bei 100 Prozent, 1610 Mitglieder bewirtschaften diese. „Vielmehr ist die Frage zu stellen, wie die Anforderungen einer Wohnbebauung in Bezug auf die Naherholung und die positive Wirkung auf die Grünstruktur in Einklang zu bringen sind.“

Der Grund dafür, dass andere Städte eine Umwidmung der Schrebergärten ins Auge fassen, sei der demografische Wandel. „Häufig nimmt die Nutzungsintensität aufgrund von Überalterung und des mangelnden Interesses jüngerer Generationen ab. In der Folge fallen Flächen brach und werden umgenutzt“, erklärt Peterhanwahr. Das sei in Mainz anders. Hier stellten die Anlagen „einen wichtigen Beitrag zur wohnortnahen Erholung“ dar. Außerdem liegen die Schrebergärten in den Kaltluftbahnen der Stadt, sichern somit also auch die Frischluftzufuhr in den einzelnen Stadtteilen. Darüber hinaus erfüllen sie auch eine „soziale Funktion“, sagt Peterhanwahr abschließend. (rk)

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