Aktuell fehlen in Mainz rund 7100 Wohnungen. Ursache ist vor allem die wachsende Bevölkerung, während gleichzeitig zu wenig neuer Wohnraum entsteht. Diese Entwicklung spiegelt sich in steigenden Mieten und Immobilienpreisen wider.
Ein beauftragtes Gutachten des Berliner Büros RegioKontext zeigt: Selbst wenn alle verfügbaren Bauflächen genutzt werden, bleibt die Lage angespannt. Bis 2030 könnte das Defizit auf 5600 Wohnungen sinken – bis 2035 auf 4400 Wohnungen. Ein vollständig entspannter Wohnungsmarkt ist damit weiterhin nicht in Sicht.
Neubau allein reicht nicht
Der Bericht macht deutlich, dass Neubau allein das Problem nicht lösen wird. Künftig müsse stärker auch der bestehende Wohnraum genutzt und optimiert werden – etwa durch Umbauten, Nachverdichtung und energetische Sanierungen. Ziel ist ein stabiler Wohnungsmarkt mit ausreichend „Puffer“, damit Umzüge und Modernisierungen möglich bleiben.
Ältere Menschen prägen die Nachfrage
Ein wichtiger Trend: Die Zahl der Seniorenhaushalte wird deutlich steigen. Grund dafür ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre („Babyboomer“) zunehmend älter werden. Ab 2035 wird zudem ein stärkerer Anstieg bei hochaltrigen Menschen erwartet. Das hat direkte Auswirkungen auf den Wohnungsbedarf – etwa mehr barrierefreie Wohnungen.
28 Empfehlungen für die Zukunft
Das Gutachten enthält 28 Handlungsempfehlungen in fünf zentralen Bereichen. Diese sollen der Stadt helfen, den Wohnungsmarkt langfristig besser auszubalancieren.
Die Stadtverwaltung will nun konkrete Maßnahmen entwickeln, die direkt auf kommunaler Ebene umgesetzt werden können.
Kosten größtenteils gefördert
Die Erstellung des Berichts kostete rund 83.000 Euro, wovon 90 Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert wurden. Für die Stadt blieb ein Eigenanteil von gut 8300 Euro.
Fazit
Mainz bleibt ein attraktiver Wohnort – doch genau das verschärft den Druck auf den Wohnungsmarkt. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird sich die Lage zwar leicht verbessern, aber auch langfristig angespannt bleiben.