Was passiert auf dem Gelände der Kommissbrotbäckerei?

Früher wurde hier unter anderem für Soldaten gebacken, später war die ehemalige Kommissbrotbäckerei zeitweise Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Was nun für das Gelände geplant ist.

Was passiert auf dem Gelände der Kommissbrotbäckerei?

Das Gelände der Kommissbrotbäckerei an der Rheinallee 111 hat eine lange Historie: 1902 als Versorgungsstelle für das Heer bebaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört, danach durch die Bundeswehr unter anderem für deren Kleiderkammer genutzt. Zuletzt war es sogar Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Nun gibt es neue Pläne.

Denn seit Mittwoch ist das 9300 Quadratmeter große Gelände offiziell im Besitz der Mainzer Wohnbau. Und die hat einige Pläne dafür, wie Geschäftsführer Thomas Will erläutert. Unter anderem sollen an der Rheinallee insgesamt 145 Wohnungen entstehen, 50 davon werden mit je 25.000 Euro sozial gefördert. „Der Kaltmietpreis pro Quadratmeter wird hier 6,40 bis 7,25 Euro betragen. Das ist sehr niedrig für Mainz.“ Außer Wohnungen sollen auch Büros entstehen. „Wir wollen zudem einen Durchbruch zu dem geplanten Beethovenplatz hinter dem Gelände schaffen. Dort entstehen 57 weitere Wohnungen, vor allem für ältere Mitbürger.“ Auch an der nahe gelegenen Wallaustraße werde gebaut, inklusive Kita und einem Familienzentrum.

Doch nicht nur Wohnen und Arbeiten sollen auf dem Gelände möglich sein. Im Gebäude A, dem „Herzstück“ der Kommissbrotbäckerei, solle es Raum für kulturelle Angebote und Veranstaltungen geben, so Will. „Es soll aber keine Remmidemmi-Kultur werden. Um die Kommissbrotbäckerei herum wohnen ja auch Menschen, da ist um 22 Uhr Schluss.“ Es solle aber eine Gastronomie mit Biergarten geben.

Für das kulturelle Angebot setzt sich unter anderem die Initiative „Kulturbäckerei“ ein. Deren Vorsitzender Peter Schulz ist von dem Potenzial, das die Räumlichkeiten im Gebäude A bieten, überzeugt. „Wir können uns zum Beispiel gut vorstellen, verschiedene Aufführungen und Ausstellungen hier zu veranstalten. Auch eine Probebühne sowie Proberäume sind denkbar.“ Vor allem aber wolle man Vereinen und Gruppen die Möglichkeit geben, hier ihre Aktivitäten auszuüben. Wer sich von den Räumlichkeiten der geplanten „Kulturbäckerei“ einen Eindruck verschaffen möchte, kann am Freitag, 30. August, 18 bis 21 Uhr, an der Rheinallee 111 vorbeischauen. Dann veranstaltet die Initiative eine Erkundungstour, bei der sie auch ihre Ideen vorstellen wird.

Wie genau das Gelände und insbesondere die Wohneinheiten am Ende aussehen werden, stehe noch nicht fest, so Thomas Will. „Derzeit suchen wir nach einem Architekten.“ Außerdem stehen noch diverse Gutachten aus, teilweise steht das Gelände auch unter Denkmalschutz. Deswegen können nicht alle Gebäude ersetzt werden, geschützte Teile sollen aber saniert werden. Der Baubeginn sei für Sommer 2021 vorgesehen, die Bauarbeiten sollen 2023 beendet sein, so Will. Insgesamt investiert die Wohnbau 50 Millionen Euro. (mm)

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