Kritik an Stadtverwaltung: Stillstand beim Mainzer Zentrenkonzept?

Die CDU-Fraktion in Mainz kritisiert den Stillstand bei der Überarbeitung des Zentrenkonzepts. Die Stadtverwaltung verweist auf einen komplexen Prozess, der erst im Laufe des Jahres abgeschlossen sein soll.

Kritik an Stadtverwaltung: Stillstand beim Mainzer Zentrenkonzept?

Die Überarbeitung des Mainzer Zentrenkonzepts, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, sorgt für Unmut bei der CDU-Stadtratsfraktion. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung kritisiert die Fraktion um ihre Vorsitzende Claudia Siebner fehlende Fortschritte seit einem runden Tisch im April 2025.

Mehr als neun Monate seien seit dem Treffen mit Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) und den zuständigen Dezernaten vergangen, ohne dass für den Stadtrat ein verbindlicher Fahrplan vorliege. Da Haase das Thema zur Chefsache erklärt habe, bestehe ein berechtigtes Interesse an einem klaren Sachstand.

In ihrer Antwort vom 29. Januar verweist die Stadtverwaltung auf einen mehrstufigen Prozess. Fortgeschrieben werden soll das Konzept demnach auf Basis einer „gesamtstädtischen Datenanalyse“.

Analyse und externe Unterstützung im Lauf des Jahres geplant

Seit dem runden Tisch seien bereits erste Arbeitsschritte erfolgt. So wurden laut Verwaltung einzelne Fragen untersucht, etwa zu einem geplanten Quartierszentrum auf dem Gelände der GfZ-Kaserne oder zum Thema Hofläden. Zudem habe man Kontakt mit anderen Städten aufgenommen, die ihre Konzepte kürzlich überarbeitet haben.

Für die anstehende empirische Analyse seien zum 31. Dezember 2025 notwendige Daten, unter anderem zu Besucherfrequenzen, gekauft worden. Die stadtweite Datenerhebung und -analyse soll im Laufe des Jahres 2026 stattfinden. Ein externes Fachbüro wird die Arbeiten unterstützen. Ein weiterer runder Tisch zur Vorstellung erster Ergebnisse ist erst nach Abschluss dieser Datenaufnahme geplant.

Austausch mit Unternehmen findet statt

Die Verwaltung teilt außerdem mit, dass sie im Austausch mit dem Einzelhandel stehe. Das zuständige Amt für Stadtforschung und Nachhaltige Stadtentwicklung habe Rückmeldungen von Unternehmen aufgenommen, die nun geprüft werden sollen.

Die Rückmeldungen würden eine breite Palette an Themen betreffen, die weit über das Zentrenkonzept hinausgingen. Auch in der Vergangenheit habe man bereits Lösungen gefunden, wie etwa bei der Erweiterung von Verkaufsflächen im zentralen Versorgungsbereich von Ebersheim.