Auf den städtischen Friedhöfen in Mainz gibt es ab diesem Sommer neue Möglichkeiten der Beisetzung. Der Stadtrat hat am Mittwoch (17. Juni) eine entsprechende Satzung beschlossen. Geplant sind unter anderem ein Waldstreupfad, Wasserurnen und Mensch-Tier-Bestattungen.
Asche wird am Waldstreupfad ausgebracht
Auf dem Waldfriedhof in Mombach gibt es künftig zwei neue Bereiche, um die Asche von Verstorbenen auszubringen. Auf einer rund 100 Quadratmeter großen Wiese, die in kleine Felder unterteilt ist, kann die Asche unter dem Rasen verstreut werden, ebenso wie am Rand eines Waldstreupfads. Dieses Angebot richte sich an Menschen, die sich eine naturnahe Beisetzung wünschen.
Ebenfalls neu in Mombach ist ein Grabfeld für Mensch-Tier-Bestattungen. „Haustiere sind oftmals enge Wegbegleiter und emotionale Anker für uns Menschen. Daher ist für viele der Gedanke tröstlich, auch nach dem Tod mit dem Tier vereint zu sein. Und das möchten wir ermöglichen“, so Jeanette Wetterling, Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsbetriebs. Der Wirtschaftsbetrieb ist Inhaber der zwölf städtischen Friedhöfe.
Wasserurnen und Tuchbestattungen
Eine weitere alternative Beisetzungsform entsteht auf dem Mainzer Hauptfriedhof. Dort gibt es zwei neue Grabfelder für sogenannte Wasserurnen. Diese rund 30 Zentimeter großen Kugeln werden nicht vergraben, sondern oberirdisch auf einem Sockel befestigt. Sie fangen Regenwasser auf, das mit der Asche in Kontakt kommt und diese langsam an die Erde abgibt.
Darüber hinaus sind auf allen zwölf städtischen Friedhöfen in Mainz ab sofort auch Tuchbestattungen möglich.
„Es ist und war schon immer unser Anspruch, dass wir auf die Wünsche der Menschen eingehen und offen für ‚Neues‘ sind – auch oder beziehungsweise gerade, wenn es um den letzten Willen geht“, so Wetterling. Als Beispiel nennt sie ein Feld für Urnengräber an Weinreben in Laubenheim, das auf Wunsch der Bevölkerung angelegt wurde.
Die Stadt setze damit Möglichkeiten um, die das neue Bestattungsgesetz biete, ergänzt Janina Steinkrüger, Umweltdezernentin und Verwaltungsvorsitzende des Wirtschaftsbetriebs „Auf der anderen Seite ist es natürlich auch die Aufgabe kommunaler Friedhofsträger, diese besonderen Orte als letzte Ruhestätte für die Menschen mit attraktiven und zeitgemäßen Angeboten zu erhalten.“