Mainzer Start-up entwickelt Navi fürs Web

Das Start-up "Datapath" hat eine Software für Firmen entwickelt, mit welcher der Datenverkehr optimiert werden soll. Dafür erhält das Unternehmen 965 000 Euro von den Investoren. Wer sind die Gründer und wie funktioniert die Technologie?

Mainzer Start-up entwickelt Navi fürs Web

Verschickt man Datenpakete wie bei E-Mails oder bei dem Besuch von Websites über das Internet, werden sie bei der Übertragung im Computernetz nicht gleich behandelt. Manche Einheiten werden schneller ausgeliefert als andere. Die Übertragung ist nicht netzneutral – das Mainzer Start-up datapath.io hat nun eine Software entwickelt, die Content-Anbietern bessere Datenübermittlungswege, sogenannte Routen, bieten soll.

In der Mainzer Rheinstraße und in Berlin gibt es Geschäftsstellen von datapath.io. Das Unternehmen analysiert nach eigenen Angaben an über 70 Knotenpunkten weltweit jeden Monat 15 Terabytes Performance-Daten. Die Software überprüft, wie schnell und teuer die Daten übertragen werden. „Performance-Studien etwa von Amazon oder Walmart zeigen: Jede Zehntelsekunde weniger Wartezeit bringt ein Prozent mehr Umsatz“, sagt Coldeway.

Abhängig von der Branche werden dann die Routen nach den Aspekten Zeit, Kosten, Verfügbarkeit und Bandbreite verbessert. "Anstatt Daten über verschiedene Pfade zu versenden, werden sie mit einer gewissen Dienstgüte über einen Pfad ausgeliefert", sagt Spies. "Wir sind somit ein intelligentes Navi." Die Software gibt es für die Cloud oder als Lizenz für die Installation im eigenen Netzwerk. Kunden von Amazon Web Services können sich auf datapath.io für einen kostenlosen Probetest anmelden.

Zwei Jahre an der Technologie gearbeitet

Sebastian Spies kam die Idee für die Software in den USA, als er dabei half, die Wege für Nachrichtenübermittlungen im Internet sicherer zu machen. Diese entwickelte er dann zusammen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber aus seiner Studentenzeit, dem Unternehmer Sascha Coldeway, weiter. Beide arbeiteten über zwei Jahre an der Technologie, bevor sie im Mai 2015 datapath.io gründeten.

Ihr Konzept scheint anzukommen: Die Gründer bekommen jetzt insgesamt 965 000 Euro von den Investoren Speedinvest, einem österreichischen Risikokapitalfonds, und der Gesellschaft Target Partners aus München. „Das Produkt von datapath.io ist günstig, einfach zu bedienen und bringt einen unschlagbaren Nutzen für Internet-Unternehmen: Geschwindigkeit", sagt Kurt Müller von Target Partners. Das Startup habe das Potenzial, in nur wenigen Jahren international zum Marktführer für dynamische Routenoptimierung zu werden.

Mit dem Geld der beiden Investoren will datapath.io in der ganzen Welt eigene Netzwerke aufbauen und neues Personal im Engineering und im Vertrieb einstellen. Aktuell beschäftigt das Mainzer Start-up zehn Mitarbeiter. Bisherige Geschäftspartner von datapath.io sind etwa Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services und Netzwerkanbieter wie Cogent, Hibernia Networks oder Level 3.

Merkurist