Nach drei Semestern digitaler Lehre: Uni Mainz startet mit Präsenzpflicht

Zum ersten Mal nach drei Semestern digitaler Lehre öffnet die Johannes Gutenberg-Universität Mainz wieder in Präsenz. Wir sagen euch, was ihr nun beachten müsst.

Nach drei Semestern digitaler Lehre: Uni Mainz startet mit Präsenzpflicht

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist heute ins neue Semester gestartet – nach eineinhalb Jahren in digitaler Lehre nun wieder überwiegend mit Präsenzpflicht: Rund 4.900 der 6.000 Lehrveranstaltungen finden in Präsenz statt, weitere sieben Prozent hybrid. Lediglich die sehr großen Vorlesungen (zwölf Prozent) werden rein digital angeboten.

„Das Präsidium und die Fachbereichsleitungen haben die pandemiebedingt notwendigen Vorkehrungen getroffen, um das Risiko einer wechselseitigen Ansteckung zu minimieren“, so Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU. „Wir alle stehen jetzt gemeinsam in der Verantwortung dafür, dass wir im Sinne des Infektionsschutzes gewisse Einschränkungen akzeptieren und so einen neuen Lockdown der Universität vermeiden.“

Als Studierende müsst ihr nun verschiedene Regelungen beachten:

  • 3G: Die Präsenzpflicht zu den Lehrveranstaltungen geht einher mit der 3G-Regel für Studium und Lehre. Nur geimpfte, genese und getestete Personen können also Lehrveranstaltungen besuchen und Arbeitsplätze benutzen. Als Testnachweis gilt ein negativer PoC-Antigen-Test, durchgeführt von geschultem Personal. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes prüfen in Stichproben die Einhaltung der 3G-Regeln. Mehr Hintergrundinfos zu dem Thema findet ihr hier.

  • JGU-App: Alle Personen, die Lehrveranstaltungen besuchen und Arbeitsplätze auf dem Campus nutzen, sollen sich über die JGU-App vor Ort einbuchen. Dazu findet ihr an den Eingängen der Räume QR-Codes.

  • Schutzmaßnahmen: In allen Gebäuden gilt Maskenpflicht, auch in den Lehrveranstaltungen. Zudem solltet ihr möglichst 1,5 Meter Abstand halten (außer in den Lehrveranstaltungen) sowie regelmäßig die Räume lüften.

Digitalisierung an der Uni

Die JGU-App wurde vom Rechenzentrum der Universität selbst entwickelt. Erstmals zum Wintersemester ist darin auch der Studierendenausweis integriert - als Ergänzung zum Papierausweis. Zudem wird derzeit das App-basierte Semesterticket getestet. Somit soll künftig das RMV- und RNN-SemesterTicket digitalisiert werden. Damit werden Verwaltungsabläufe „verschlankt“ und Ressourcen geschont, so Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU.

Die JGU-App ist Teil des Digitalisierungsprozesses der Universität. Gefördert wird der Prozess vom Land Rheinland-Pfalz mit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. So sollen bis Ende 2023 vier Schwerpunktprojekte vorangebracht werden: eine elektronische Studienbewerber- und Studierendenverwaltung, digitales und hybrides Lehren und Lernen, die Data Literacy Education sowie ein digitales Hörsaalmanagement.

Weniger Einschreibungen

Mit rund 5.200 Einschreibungen starten zehn Prozent weniger Studierende an der JGU als in den vergangenen Jahren. „Der bundesweit negative Trend, an Universitäten ein grundständiges Studium aufzunehmen, trifft die JGU in besonderen Maß“, so die Kanzlerin Kreutz-Gers. Auch sei das Interesse an Masterstudiengängen nach dem Bachelor-Abschluss gesunken. „Ob dies ein dauerhaftes oder ein pandemiebedingt temporäres Thema ist, muss noch analysiert werden", so Kreutz-Gers. Anders sieht der Trend bei Austauschstudierenden aus: Waren es im vergangenen Wintersemester noch 150, liegt ihre Zahl nun bei 300. Die Zahl der neu eingeschriebenen Studierenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die an der JGU ihr Studium abschließen wollen, hat sich jedoch fast halbiert – von 601 im Vorjahr auf 337 in diesem Semester.

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Studierenden wieder auf dem Campus willkommen heißen können“, so Prof. Jolie. Der Campus solle wieder zu einem Ort der Begegnung und des gemeinsamen Forschens und Lernens werden.

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