Ist der Einsatz von Streusalz in Mainz erlaubt?

Um Gehwege bei Glätte und Minusgraden von Eis zu befreien, setzen viele Privatpersonen auf Streusalz. Doch ist das in Mainz überhaupt erlaubt? In der Straßenreinigungssatzung ist dies jedenfalls grundsätzlich geregelt.

Ist der Einsatz von Streusalz in Mainz erlaubt?

Eisig kalt soll es am frühen Sonntagmorgen in Mainz werden (wir berichteten). Zwar wird auch die Sonne scheinen, das allerdings bei Minusgraden. Spiegelglatte Straßen und Gehwege sind dann nicht mehr auszuschließen. Die effektivste und zugleich bequemste Lösung, dafür zu sorgen, dass das Laufen dann nicht zur Rutschpartie wird, ist sicherlich der Einsatz von Streusalz.

Doch Streusalz belastet den Boden und das Grundwasser und schadet damit unter anderem Pflanzen und Tieren. Auch Häuser, Konstruktionen aus Beton und Metall können durch Streusalz geschädigt werden. In vielen Gemeinden ist es zumindest Privatpersonen verboten, Streusalz einzusetzen, obwohl es dies in vielen Märkten zu kaufen gibt.

Stadt darf Salz streuen

Leser S. Fischer hat nun offenbar die Erfahrung gemacht, dass Salz aber immer noch häufig auf den Straßen ausgebracht wird. Er fragt nun: „Warum wird in Mainz überall mit soviel Streusalz gestreut, obwohl dies verboten ist?“ In der Tat besteht in Mainz ein striktes Verbot für das Salzstreuen auf öffentlichen Gehwegen. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen geahndet. Das bestätigt auch der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz: „Das Streuen von Salz oder sonstiger auftauenden Streumittel ist verboten. In Mainz, wie auch in den meisten anderen Kommunen, ist der Einsatz von Salzen (zum Beispiel Natriumchlorid oder Magnesiumchlorid) auf öffentlichen Wegen verboten und gilt als Ordnungswidrigkeit.“

Kein Streusalz-Verbot hingegen besteht für öffentliche Straßen, die im Gegensatz zu Gehwegen als versiegelte Flächen Schmelzwasser in die Kanalisation und nicht direkt ins Grundwasser entlassen. Das erklärt auch der Pressesprecher der Stadt Mainz, Ralf Peterhanwahr. Gegenüber Merkurist sagt er: „Um die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr der Landeshauptstadt zu gewährleisten, wird vom Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz auf den Straßen notwendigerweise mit Salz gestreut.“

Dank modernster Technik in den Fahrzeugen sei jedoch eine grammgenaue elektrische Steuerung möglich. Die Salzmengen pro Quadratmeter seien deshalb erheblich geringer als beim Streuen per Hand. Diese Werte und die Gemische würden durch Sondieren der Temperaturen auf der Straßenoberfläche technisch am Streufahrzeug ausgelesen und automatisch ermittelt.

„Zudem fließt das Salzwasser auf Straßen zu weiten Teilen in die Kanalisation ab und wird zu weiten Teilen gereinigt“, so Peterhanwahr. Es belaste somit nicht das umliegende Grün und das Grundwasser. Im Handstreudienst setze der Entsorgungsbetrieb abstumpfende Mittel wie Splitt oder Lavagranulat ein.

Streusalz hat auch Schwächen

Auch wenn Streusalz als effektivste Lösung gilt, Straßen vom Eis zu befreien, gibt es gelegentlich Situationen, in denen es versagt. Wie Stadtsprecher Peterhanwahr sagt, werde Salz in der Regel zwar nicht weggeweht, es sei denn, es herrschten massive und seltene Verhältnisse wie Schneeverwehungen. „Salz kann aber bei Regen und gefrierender Nässe bei gerade erfolgtem Ausbringen überfrieren und damit unwirksam werden“, so Peterhanwahr. In einem solchen Fall werde das Ausbringen dann aber wiederholt.

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