Der Mann, über den selbst Google nichts weiß

Von 1885 bis 1961 lebte in Mainz Wilhelm Theodor Römheld, nach dem eine Straße in Weisenau benannt ist. Doch warum schaffte es der Mainzer auf ein Straßenschild?

Der Mann, über den selbst Google nichts weiß

Wer es in Mainz auf ein Straßenschild schafft, hat meist Großes geleistet. Nach dem berühmten Dichter Friedrich Schiller ist ein zentraler Platz in der Altstadt benannt, nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs der Platz am Rathaus. Doch wer war eigentlich Wilhelm Theodor Römheld? Dass sein Name auf einem Straßenschild in Weisenau steht, verwundert Merkurist-Leserin Susanne. „Noch nicht einmal Google“ wisse, wer Römheld war, schreibt sie in ihrem Snip.

Erste Ansätze zu Römheld liefert sein Straßenschild, denn darauf steht, dass er von 1885 bis 1961 lebte und in Mainz als Fabrikant arbeitete. In einem Straßenverzeichnis des Stadtarchivs steht zudem, dass er Vorstandsvorsitzender einer Mainzer Berufsgenossenschaft war.

Das bestätigt auch Christiane Most, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Die BGHM, die in Mainz sitzt und Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ist, unterstützt Unternehmer dabei, ihre Arbeitnehmer vor Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu schützen. Laut Most entstand die BGHM 2011 aus mehreren Berufsgenossenschaften, die über die Jahre hinweg immer wieder fusionierten.

„Die gesetzliche Unfallversicherung wurde in Deutschland im Zuge der Sozialgesetzgebung durch das Unfallversicherungsgesetz des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck im Jahr 1884 eingeführt“, so Most. Wilhelm Theodors Großvater Julius Römheld war es, der 1885 an der Generalversammlung zur Bildung von Berufsgenossenschaften in Stuttgart teilnahm. „Daraus ging der Beschluss zur Gründung von damals 55 Berufsgenossenschaften hervor“, so die Pressesprecherin.

Wilhelm Theodor Römheld trat letztlich in die Fußstapfen seines Großvaters. Denn eine der 55 Berufsgenossenschaften, die damals gegründet wurden, war die Süddeutsche Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft. 1931, also knapp 50 Jahre später, wurde Wilhelm Theodor Römheld der Vorsitzende des Vorstands der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft. Dieses Amt hatte er nur drei Jahre inne - dennoch ist er nun in Mainz auf einem Straßenschild verewigt.

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