A60: Verwirrung um neues „Tempolimit durch die Hintertür“?

Auf der A60 gilt zwischen Mainz und Bingen in beiden Richtungen aktuell abschnittsweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 beziehungsweise 80 km/h. Grund dafür sind Schilder, die auf „Wildwechsel“ hinweisen. Bleibt das Tempolimit nun dauerhaft?

A60: Verwirrung um neues „Tempolimit durch die Hintertür“?

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es auf der A60 zwischen Heidesheim und Ingelheim sowie in entgegengesetzer Richtung wochenlang eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern. Grund dafür waren Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn. Doch nun müssen Autofahrer auf der A60 schon wieder auf die Bremse treten. Zwischen Bingen und Heidesheim gilt in beiden Richtungen seit einer Woche ein Tempolimit von 60 beziehungsweise 80 km/h aufgrund von „Wildwechsel“.

Leser Klaus gefällt diese erneute Geschwindigkeitsbregenzung aber überhaupt nicht. Er ist von den dort neu positionierten Verkehrsschildern überrascht. „Was soll das?“, fragt er in seinem Snip und wittert dabei gar ein dauerhaftes „Tempolimit durch die Hintertür“.

Dauerhaftes Tempolimit?

Zuständig für das Aufstellen der Verkehrsschilder auf der A60 ist seit 1. Januar 2021 die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes. Diese umfasst das Autobahnnetz in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Südhessen. Auf Anfrage von Merkurist erklärt Mandy Burlaga von der Stabsstelle Kommunikation den Hintergrund für die Geschwindigkeitsbegrenzung. „Aufgrund der Überflutungen in den Rheinauen müssen die dort vorhandenen Wildtierpopulationen ausweichen.“ Hierdurch komme es erfahrungsgemäß im Bereich Ingelheim zu verstärktem Wildwechsel über die A60 mit entsprechenden erheblichen Gefährdungssituationen für die Verkehrsteilnehmer.

Deshalb habe bei der Stadtverwaltung Ingelheim am 30. Januar eine Sitzung des Hochwasser-Krisenstabes unter Beteiligung der Polizeiautobahnstation Heidesheim und der Autobahnmeisterei Heidesheim stattgefunden. Da dabei von hohen Pegelständen über einen längeren Zeitraum hinweg auszugehen war, sei dann aufgrund dieser konkreten Gefährdungen beschlossen worden, ab dem 30. Januar in diesem Bereich die Beschilderung durch „Vorsicht Wildwechsel“ zu ergänzen, so die Autobahn GmbH-Sprecherin.

Dementsprechend habe man auch die Geschwindigkeit auf 80 beziehungsweise 60 Stundenkilometer begrenzt. Dauerhaft wird es also das Tempolimnit nicht geben. „Die Beschilderung wird - sobald sich die Hochwasserlage entspannt - wieder abgebaut“, erklärt Burlaga. Ein erhöhtes Unfallaufkommen aufgrund von Wildwechsel beziehungsweise von langsam fahrenden Autos habe die Polizeiautobahnstation Heidesheim in diesem Bereich bisher aber nicht feststellen können.

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