Pipi-Ärger in der Augustinerstraße

Anwohner sind genervt: Rund um die Augustinerstraße pinkeln Betrunkene immer wieder gegen die Hauswände. Gibt es etwa zu wenige öffentliche Toiletten?

Pipi-Ärger in der Augustinerstraße

Eigentlich hätte Merkurist-Leserin Anastasia in keine schönere Ecke von Mainz ziehen können: Seit Mai wohnt sie in der Augustinerstraße mitten in der Mainzer Altstadt. Doch schon nach kurzer Zeit merkte sie, dass auch das Nachteile haben kann. „In der Augustinergasse pinkeln mir dauernd Leute vor’s Fenster - Gibt‘s denn keine öffentlichen Toiletten in der Altstadt?“, fragt Anastasia in ihrem Snip.

Auf Nachfrage sagt sie, dass es fast jeden Freitag und Samstag dasselbe sei: Kleine Gruppen von betrunkenen Männern fühlten sich nachts an der Ecke zum Augustinergässchen unbeobachtet und pinkelten einfach an die Häuser, manchmal sogar direkt an die Tür. „Wenn ich es bemerke, rufe ich immer runter, aber dann ist es meistens eh schon zu spät“, sagt sie. Andere Anwohner fühlten sich genauso gestört von den Wildpinklern.

Stadt-Sprecher: „Wildpinkler ein Ärgernis“

Doch was tun gegen die Wildpinkler? „Vielleicht könnte man besser kennzeichnen, wo die öffentlichen Toiletten sind?“, schlägt Anastasia vor. Andere Leser sind skeptisch. „Wird wahrscheinlich auch nichts helfen. Das ist die gleiche Kategorie Mitbürger, die ihren Müll einen Meter neben den nächsten Eimer schmeißt“, kommentiert etwa Leser Heinrich.

Tatsächlich gibt es in der Altstadt gar nicht so wenige öffentliche Toiletten, laut Stadt-Pressesprecher Marc André Glöckner werden folgende vom Wirtschaftsbetrieb betreut: in der Badergasse 1A quer zur Augustinerstraße, in der Heugasse, am Höfchen, am „Hilton“-Hotel, am Kaisertor, in der Kaiserstraße, am Münsterplatz, am Rheinufer Höhe Rathaus, im Eisgrubweg und am Kronberger Hof (nur für Behinderte). „Weitere neue Standorte sind derzeit nicht geplant“, so Glöckner.

Wie Glöckner weiter sagt, sei das Thema Wildpinkeln dennoch ein immer wiederkehrendes Ärgernis in der Altstadt. „Es gab deshalb in der Vergangenheit immer wieder Aktionen und Kampagnen dieser Unsitte entgegenzuwirken beispielsweise mit dem Aufbringen von Speziallack gegen Wildpinkler an öffentlichen Gebäuden oder der Plakatkampagne ‘Respect the City’“, so Glöckner.

Ordnungsamt erhebt Geldbußen

Wenn Wildpinkler von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes erwischt werden, dann werden sie mit einem Bußgeld bestraft. „Sollten Privatpersonen Wildpinkler erwischen und namentlich kennen, dann kann dies zur Anzeige gebracht werden. Selbstverständlich kann auch das Ordnungsamt angerufen werden und die Kolleginnen und Kollegen kommen vorbei“, so Glöckner.

Und wenn auch das nicht hilft? Für diesen Fall hat Leserin Anastasia schon einen Plan. „Ich habe mir jetzt eine volle Flasche Wasser neben das Fenster gestellt“, sagt sie. „Dem nächsten kippe ich das Wasser dann über den Kopf.“ (pk)

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