In der Mainzer Neustadt eröffnet bald ein Restaurant, in dem man nicht ein eigenes Gericht bestellt, sondern alle gemeinsam Verschiedenes probieren. Die „Wilde Feige“ setzt auf sogenannte „Fusion Sharing Plates“: viele kleine Portionen zum Teilen. Dahinter steht das Ehepaar Egemen und Teresa Avsar, die unterschiedliche kulinarische Einflüsse zusammenbringen und einen Ort schaffen wollen, an dem sich Gäste wie zu Hause fühlen, wie sie selbst im Merkurist-Gespräch sagen.
„Wir wollen unsere Lebensweise teilen“, erklärt Egemen Avsar. Der 37-Jährige stammt aus Izmir im Westen der Türkei, seine Frau Teresa ist Deutsche. Kennengelernt haben sie sich in den USA, wo sie beide mehrere Jahre lang gelebt haben. Ende 2017 sind sie nach Deutschland zurückgekehrt. Die Idee für ihr eigenes Restaurant entstand aus den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen des Paars.
„Essen ist wie das Leben. Wenn man verschiedene Dinge zusammenbringt, ist es viel spannender“, sagt Egemen Avsar, der zuerst in der Türkei Physik studiert und dann in den USA eine Kochlehre absolviert hat. „Wir möchten die Gäste mit türkischer Gastfreundschaft und gutem deutschen Service zusammenbringen.“
Kleine Portionen, viele Gerichte
Nach dem Motto „East meets West“ sollen Einflüsse aus verschiedenen Regionen fusionieren. Während die orientalische Küche hierzulande häufig auf Döner oder Hummus reduziert werde, möchten die Avsars auch weniger bekannte Gerichte auf die Speisekarte bringen. Auch bei den Getränken wollen die Betreiber kreativ werden: Rosenwasser, Safran und Granatapfel sollen in Cocktails zum Einsatz kommen. Geplant ist auch ein Wein-Tonic als Alternative zur klassischen Mainzer Weinschorle.
Die Speisekarte ist derzeit noch in Arbeit. Fest steht bereits, dass es verschiedene Menüs aus Gerichten geben wird, die besonders gut harmonieren. Wer lieber selbst auswählt, kann die Speisen aber auch individuell kombinieren.
Vegetarische und vegane Gerichte sollen ebenso dazugehören wie Fleisch und Fisch. Darüber hinaus wird saisonal gekocht: im Frühling zum Beispiel Spargel oder Muscheln im Winter.
Die Neustadt soll ein Stück Zuhause werden
Die „Wilde Feige“ liegt in der Heinrich-Heine-Straße 11 direkt am Goethepark. Das Paar hat selbst schon vorher längere Zeit in der Mainzer Neustadt gelebt und fühlt sich dem Viertel verbunden. Als die Avsars nach Mainz kamen, erinnerte sie die internationale Atmosphäre an „ein kleines Berlin”. Ein Vergleich, den Egemen Avsar bis heute passend findet.
Die Einrichtung soll diesen modernen Charakter auffangen. Die Farben der Feige, Grün und dunkles Violett, prägen die Einrichtung. Statt traditioneller Dekoration schwebt den Betreibern ein orientalisch-levantinisch geprägter Stil vor.
Der Name des Restaurants hat ebenfalls eine persönliche Bedeutung. Egemen Avsar erinnert sich an seine Kindheit in Izmir, wo überall Feigenbäume stehen. Damals sei er häufig auf die Bäume geklettert, um an die besonders süßen Früchte ganz oben zu gelangen. „Außerdem passt das Wilde zu uns als Familie“, sagt Teresa Avsar. „Mit drei Kindern ist es zu Hause selten ruhig.“
Gastfreundschaft als Teil des Konzepts
Außer der Küche ist den Avsars vor allem die Atmosphäre wichtig. Gäste sollen sich willkommen fühlen, auch wenn sie mit Kindern kommen oder einfach nur auf einen Drink vorbeischauen möchten.
„Wir wollen, dass sich die Menschen wie zu Hause fühlen“, sagt Egemen Avsar. Er vermisse in Deutschland mitunter eine ungezwungene Gastfreundschaft, wie er sie aus der Türkei kenne. In der „Wilden Feige“ sollen deshalb nicht nur das Essen und die Getränke im Mittelpunkt stehen, sondern auch Gespräche und Begegnungen.
Teresa Avsar hat selbst zuvor im Hotel- und Gastronomiebereich gearbeitet. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin studierte sie Wirtschaftsrecht und arbeitet heute im Personalwesen. Zusätzlich will sie ihren Mann beim Führen des Restaurants unterstützen.
Eröffnung für November geplant
Die Eröffnung der „Wilden Feige“ ist für die zweite Novemberwoche geplant. Noch steht der Termin allerdings nicht endgültig fest: Nach Angaben der Betreiber fehlen derzeit noch letzte behördliche Unterlagen.
Zum Start soll das Restaurant von Dienstag bis Sonntag jeweils von 17 bis 24 Uhr geöffnet sein. Die Avsars können sich aber vorstellen, das Angebot auszubauen und auch nachmittags Kaffee anzubieten. So könne man nach einem Aufenthalt im Goethepark noch auf ein Getränk vorbeischauen.
Der Durchschnittspreis für ein paar Sharing Plates zum Sattwerden und einen Cocktail sollen bei etwa 20 bis 25 Euro pro Person liegen. Darüber hinaus planen die Betreiber Catering für Hochzeiten, Geburtstage und Weihnachtsfeiern. Die Räumlichkeiten sollen für private Veranstaltungen und Firmenfeiern gemietet werden können.
Weitere Informationen gibt es auf der Instagram-Seite der „Wilden Feige“. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich ebenfalls dort melden.