Verfall eines Wohnhauses in Mainz-Kostheim sorgt für Ärger

Die Brandruine neben der Aral-Tankstelle in Mainz-Kostheim wird seit Jahren dem Zerfall überlassen. Ortsbeiratsmitglied Philipp Pfefferkorn (AUF) erklärt, warum die Stadt dagegen kaum etwas tun kann.

Verfall eines Wohnhauses in Mainz-Kostheim sorgt für Ärger

Nicht ortskundige Mitbürger könnten das Gebäude schnell übersehen. Tritt man jedoch näher heran, wird der elendige Zustand des vor einigen Jahren abgebrannten Wohnhauses direkt neben der Aral-Tankstelle in Mainz-Kostheim offensichtlich: Durch die geöffneten Fenster im Obergeschoss blickt man nur auf rußgeschwärzte Wände. Hinter den Schaufenstern im Erdgeschoss stapelt sich der Sperrmüll. Traurig ziert noch das Eingangsschild des ehemaligen Imbiss’ ‚Pizza Time‘ die Hauswand. Auch vor dem Haus liegt Müll herum. Matratzen und Decken im und vor dem Gebäude lassen vermuten, dass mutmaßlich Obdachlose den Ort regelmäßig zum Schlafen aufsuchen.

Sorge vor Ratten und weiteren Bränden

Eine Angestellte der Tankstelle, die sich direkt nebenan befindet, bestätigt gegenüber Merkurist, dass in dem Haus Leute übernachten würden. Direkte Konflikte hätte es bisher aber keine gegeben. Allerdings habe sie die Sorge, dass die neuen Bewohner Ratten anlocken könnten: „Die Obdachlosen verrichten halt auch ihre Notdurft da drin.“ Zudem würde das Gebäude immer weiter vollgerümpelt werden. „Es gab auch schon vier Brände. Ich habe alle davon mitbekommen. Und natürlich haben wir permanent Angst vor dem nächsten Brand“, sagt die Angestellte.

Ortsbeiratsmitglied Philipp Pfefferkorn (AUF) wohnt in der Nachbarschaft und beobachtet den Verfall des Gebäudes ebenfalls seit Jahren. Ihn aufhalten könne allerdings auch er nicht: „Unsere Handlungsmöglichkeiten als Ortsbeirat sind da leider begrenzt.“ Das Grundstück sei weiterhin Privateigentum. Seine Fraktion habe lediglich bei der Stadt nachfragen können, ob die Eigentümer – eine Erbengemeinschaft, wie er sagt – ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen seien. Ende Januar habe ihm das Ordnungsamt dann bestätigt, dass es die Besitzerfamilie habe kontaktieren und auf ihre Pflicht hinweisen können. Mittlerweile sei ein Bauzaun aufgestellt worden und das Thema für die Stadt somit erledigt.

Pfefferkorn empfindet die gesamte Situation als frustrierend: „Das ist doch ein tiefergehendes Problem. Ich finde, Eigentum verpflichtet. Und wir haben ja wahrlich nicht zu viele Wohnungen hier in Kostheim.“

Es ist also zu befürchten, dass das abgebrannte Wohnhaus in der Waldhofstraße 4 auch in Zukunft weiter zerfällt. Stadt und Ortsbeirat haben ihre wenigen Einflussmöglichkeiten bereits ausgespielt. Es bleibt nur zu hoffen, das die Eigentümer ihrer Verantwortung irgendwann doch noch gerecht werden.