Aufruhr in der Mainzer Clubszene: Wieland Wittmeier hört als Betreiber des Mainzer Clubs „Caveau“ auf. „Für mich ist die Zeit im Caveau nach 26 Jahren vorbei“, teilt er in einer Videobotschaft auf Instagram mit. Sein letzter Tag wird der 28. Februar 2026 sein. Wittmeier führte den Nachtclub seit 2001 und rettete das Lokal mehrmals vor dem Aus – in der Pandemiezeit und vor einer drohenden Kündigung der Räume durch die Johannes Gutenberg-Universität.
Der Hauptgrund für seine Entscheidung: „Ich bin alt. Ich mach das seit mehr als 25 Jahren“, erklärt Wittmeier im Merkurist-Gespräch. Das Gastgewerbe sei eine junge Branche, die ständig frische Ideen erfordere. Ihm fehle dafür mittlerweile die Energie. „Da muss neuer Geist rein, neuer Spirit“, findet der scheidende Betreiber. Zudem wünsche er sich, auch einmal ein Wochenende für sich zu haben oder mit der Familie in den Urlaub fahren zu können.
Große Anstrengung trotz Aufschwung
Der Rock-, Indie- und Alternativeclub „Caveau“ landete im Merkurist-Voting auf Platz drei der beliebtesten Clubs in Mainz. Regelmäßige Feiern sind unter anderem die Rock-WG und die 90er-Party. Obwohl die Besucherzahlen nach einer dramatischen Flaute im letzten und Anfang dieses Jahres zuletzt wieder gestiegen sind, fühlt sich Wittmeier ausgebrannt. „Ich merk einfach, meine Batterien sind leer“.
Vor allem die Corona-Zeit und deren Folgen seien eine große Belastung gewesen. „Der Laden hat mir mehr genommen als gegeben, nicht nur finanziell, sondern mental“, sagt Wittmeier. Er habe lange gebraucht, um die finanziellen Probleme aus der Pandemiezeit abzubauen. Geld sei jedoch nicht der ausschlaggebende Punkt für seinen Rückzug.
Nachfolge ist bereits in Planung
Für Wittmeier ist ein Abschluss-Wochenenende geplant: „Am Freitag den 27. Februar werde ich Musik auflegen, die mich geprägt hat“, erzählt er auf Instagram. Am 28. Februar werden außerdem alle bekannten Stamm-DJs eingeladen und die Rock-WG verabschiedet – ein Formt, das 15 Jahre das Caveau prägte. Zum Abschluss seiner kurzen Videobotschaft zieht Wittmeier seine Kappe und verbeugt sich.
Die Zukunft des Caveau scheint trotzdem sicher. „Das Caveau wird an eine neue Generation übergeben, die ab März das Zepter übernimmt“, so Wittmeier. Sein Nachfolger steht bereits fest. Der neue Betreiber, den er persönlich kennt, wolle das Lokal mit seinem bekannten Musikkonzept und Publikum weiterführen, aber auch neue Ideen einbringen. So sei geplant, den Club auch freitags wieder regulär zu öffnen.
Wittmeier selbst will der Gastronomie und Clubszene vollständig den Rücken kehren. Er widme sich jetzt erst einmal privaten Projekten. „Ich bin sehr emotional was meinen Abschied angeht“, sagt er. Nach Februar werde man ihn nicht mehr im Caveau antreffen. „Jemand, der neu reinkommt, muss ja irgendwas verändern, und braucht dafür den Raum. Ob er zum Beispiel Techno-Partys veranstaltet, ist seine Entscheidung“, so Wittmeier.