Rätsel um „Proviantamt“

Seit mehr als zwei Jahren ist das „Proviantamt“ in der Schillerstraße schon geschlossen. Mittlerweile sind alle Corona-Regeln in der Gastronomie aufgehoben, doch warum öffnet das Lokal nicht?

Rätsel um „Proviantamt“

Für die Gastronomie ist die Zeit seit dem Beginn der Corona-Krise im März 2020 ein einziges Hin und Her. Kaum konnten die Lokale nach dem ersten Lockdown langsam wieder zur Normalität zurückkehren, folgte auch schon wieder die nächste Zwangspause. Erst seit Anfang April gibt es keine Einschränkungen mehr für die Gastronomie. Durchgehend geschlossen seit Beginn der Pandemie war allerdings das „Proviantamt“ am Schillerplatz.

„Wir vermissen Ihre lachenden und dankbaren Gesichter, das Gefühl ein guter Gastgeber sein zu dürfen. Die große Verantwortung, welche wir für unsere Gäste, Mitarbeiter und auch für unsere Lieferanten haben, nehmen wir sehr ernst und dies hindert uns an einer übereilten Wiedereröffnung!“, hieß es noch im Mai 2020. „Wir planen selbstverständlich eine Wiedereröffnung. Erstmal warten wir ab, was die nächste Corona-Verordnung an den Tag bringt.“

Doch das Restaurant blieb weiter zu. Im Oktober 2020 hieß es: „Die Wiedereröffnung erfolgt leider nicht vor dem 1. Januar 2021.“ Die Größe des Hauses bringe zwar in punkto Abstandregelungen einige Möglichkeiten mit sich. Doch sei eine Wiedereröffnung mit den vorherrschenden Auflagen, verbunden mit der Betriebsgröße und den damit einhergehenden Kosten, betriebswirtschaftlich nicht umsetzbar.

Suche nach Geschäftspartner

Im Frühjahr 2021 konnte die Gastronomie in Mainz nach einem halben Jahr Lockdown schließlich wieder öffnen. Doch das „Proviantamt“ blieb weiter zu. Bis heute. „Proviantmagazin ist immer noch geschlossen. Wird es jemals wieder öffnen?“, fragt Leser Frederik in seinem Snip. Auch andere Leser bedauern, dass das Restaurant noch immer nicht geöffnet hat. „Schöne Location, gute Weinauswahl, Beratung und Service kompetent und freundlich“, findet Karl. Leserin Eva fehlt vor allem die Vinothek sehr.

Im Januar 2022 berichtete die „Allgemeine Zeitung“, dass die Mainzer Messegesellschaft, die das Restaurant von der Mainzer Wohnbau gepachtet hat, auf der Suche nach einem Geschäftspartner sei. Karl Strack, Geschäftsführer der Messegesellschaft, sagte der AZ, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, das Lokal während der gesamten Pandemie geschlossen zu halten. Einen solchen Betrieb hochzufahren, erfordere enorm viel Personal, Energie und Kosten. Das hätte sich zu keinem Zeitpunkt der Pandemie gerechnet. Und jetzt?

Eine aktuelle Merkurist-Anfrage an Strack blieb bisher unbeantwortet. Zumindest hat sich Anfang März etwas auf der Facebook-Seite getan. Dort wurden die Geschäftszeiten und die Telefonnummer aktualisiert. Ein Hinweis auf eine baldige Öffnung?

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