Neu in der Altstadt: Griechisch-georgische Küche im „Meenzer Perlche“

Im Mai schloss die Weinstube „Meenzer Perlche“ ihre Türen. Eine Mainzer Betreiberfamilie wagt nun ein kulinarisches Experiment: Georgische Nationalgerichte treffen auf griechische Küche.

Neu in der Altstadt: Griechisch-georgische Küche im „Meenzer Perlche“

Die Nachricht vom plötzlichen Aus der Weinstube „Meenzer Perlche“ im Mai 2026 kam für viele Stammgäste überraschend. Doch der Leerstand in der Dagobertstraße währte nicht lange: Bereits im Juni hat das „Meenzer Perlche“ unter neuer Führung und mit einem veränderten Konzept wieder eröffnet. Wo zuvor rheinhessische Weinkultur gepflegt wurde, wird nun eine ungewöhnliche kulinarische Kombination angeboten.

Ein Georgier mit griechischer Gastro-Erfahrung

Giorgi Grigalashvili stammt ursprünglich aus Georgien, ist in der Mainzer Gastronomie-Szene aber nicht unbekannt. Vor dem Sprung in die Selbstständigkeit arbeitete Grigalashvili im griechischen Restaurant „Taverna Naxos“ in der Weintorstraße.

„Ich wollte irgendwann ein eigenes Restaurant aufmachen“, sagt Grigalashvili. Dass es nun so schnell ging, war aber auch für ihn eine Überraschung: „Das Objekt wurde mir unerwartet angeboten. Es hat Potenzial gehabt und ich habe die Chance ergriffen.“

Alter Charme in bester Lage

Besonders angetan hat es dem neuen Betreiber die Gestaltung der Location. „Die Lage direkt vor der Malakoff-Passage ist toll. Aber am meisten hat mich der klassische Charme gereizt. Zum Beispiel die alten Wände.“

Deswegen hat sich die Einrichtung beim Neustart nicht viel verändert. Auf der Karte hat sich dafür umso mehr getan. Das Restaurant verbindet ab sofort die griechische und georgische Küche.

Das Beste aus zwei Welten

Wie passt das zusammen? Die Antwort liegt in Grigalashvilis Lebenslauf. Seine Wurzeln liegen in Georgien, sein kulinarisches Handwerk hat er von den Betreibern des Naxos gelernt. „Ich koche die griechischen Gerichte so, wie sie es mir beigebracht haben, allerdings mit ein paar eigenen Modifikationen“, erklärt er.

Die georgischen Rezepte bringt er aus seiner Heimat mit. Sie werden traditionell gekocht, so, wie es durch die Generationen weitergegeben wurde. „Viele Leute haben mir gesagt, dass es in Mainz kein georgisches Restaurant gibt. Diese Lücke wollten wir schließen.“

Die georgische Küche ist allerdings eine logistische Herausforderung. „Sie ist sehr aufwendig und braucht viel Zeit“, sagt Grigalashvili. Deshalb bietet er eine kleinere Auswahl an georgischen Gerichten an. Darunter sind Khinkali, traditionelle, gefüllte Teigtaschen, Khachapuri, mit Käse überbackenes georgisches Brot oder Auberginen mit Walnuss. Letzteres ist Grigalashvilis Tipp für alle, die die georgische Küche zum ersten Mal testen wollen.

Abschied vom Namen „Meenzer Perlche“ geplant

Wie unter den Vorbesitzern wird es eine Auswahl an Weinen geben. Diese sollen aber nicht mehr der Fokus sein. „Die Leute denken wegen des Namens oft, dass wir noch immer ein reines Weinlokal sind“, sagt Grigalashvili. Deshalb plant er, das Restaurant bald umzubenennen. „Meenzer Perlche“ soll Platz für einen neuen Namen machen, der die kulinarische Ausrichtung klarer zeigt.

Für die Zukunft wünscht sich Grigalashvili vor allem ein kleines bisschen Geduld von den Mainzerinnen und Mainzern. „Die georgische Küche ist Handarbeit. Frisch zubereitetes Essen braucht seine Zeit.“

Das „Meenzer Perlche“ in der Dagobertstraße 11 ist Montags bis Donnerstags von 17:00 bis 22:00 Uhr, Freitag und Samstag von 16:00 bis 00:00 Uhr und Sonntags von 16:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.