Angesichts des aktuellen Niedrigwassers im Rhein fordert der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) von der Bundesregierung mehr Tempo bei der geplanten Vertiefung des Flusses am Mittelrhein. Wie das Ministerium am Mittwoch in Mainz mitteilte, zeige die Situation erneut, wie anfällig die wichtige Wasserstraße für die Versorgung in Deutschland und Europa sei.
„Der Rhein ist die wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands und eine zentrale Transportachse für die Belieferung unserer Unternehmen mit Rohstoffen. Der Rhein muss auch bei Niedrigwasser verlässlich funktionieren“, sagte Ebling. Er habe sich daher schriftlich an den neuen Bundesverkehrsminister gewandt. „Ein Schlüsselprojekt wie die Mittelrheinvertiefung darf nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden, sondern muss jetzt angegangen werden“, so der Minister.
„Es ist jetzt wirklich höchste Eisenbahn!“
Die Folgen des Niedrigwassers betreffen laut Ebling nicht nur die Wirtschaft, sondern auch direkt die Bevölkerung. Es gehe darum, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Wir brauchen eine leistungsfähige Bundeswasserstraße Rhein, die auch bei Niedrigwasser ausreichend Rohstoffe zu unseren Unternehmen bringt – damit der Sprit an der Zapfsäule nicht noch teurer wird und damit unsere Unternehmen wichtige Produkte und Dienstleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger herstellen können“, erklärte der Wirtschaftsminister. Dies reiche vom Straßenbau über Arzneimittel bis hin zu Lebensmitteln.
Ebling begrüßte zwar das vom Bund für Donnerstag einberufene Krisentreffen in Bonn, mahnte aber zugleich zur Eile. Gemeinsam mit den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen setze sich Rheinland-Pfalz schon seit Jahren für eine schnellere Umsetzung der sogenannten Abladeoptimierung ein. Mit Blick auf den Klimawandel betonte er: „Es ist jetzt wirklich höchste Eisenbahn! Wir brauchen Tempo – für unsere Unternehmen, für unsere Bürgerinnen und Bürger, und für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“.
Mehr Ladung und Klimaschutz
Schon bei normalem Wasserstand hätte eine Vertiefung der Fahrrinne um nur 20 Zentimeter erhebliche Vorteile. Jedes Schiff könnte dadurch rund 200 Tonnen mehr Fracht auf der Strecke am Mittelrhein transportieren. Dies würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts steigern, sondern auch die Transportkosten senken, was sich letztlich auch auf die Verbraucherpreise auswirken könne, so Ebling.
Zusätzlich sei die Rheinvertiefung ein Beitrag zum Klimaschutz. „Die Rheinvertiefung würde auch einen Beitrag zur klimafreundlichen Verlagerung von Gütern vom Lkw auf das Schiff, von der Straße auf den Rhein als Wasserstraße bedeuten“, betonte der Minister. Dieser Aspekt sei angesichts der klimatischen Entwicklung besonders wichtig.