Ende der Freibad-Saison: Was passiert mit dem Wasser aus den Mainzer Becken?

Der Sommer ist vorbei und damit auch die Zeit der Freibäder. Doch was geschieht eigentlich in Mainz und Umgebung mit dem Wasser in den Schwimmbecken auf den Außenanlagen? Fließt nun alles in die Kanalisation?

Ende der Freibad-Saison: Was passiert mit dem Wasser aus den Mainzer Becken?

Die Freibad-Saison ist beendet, die Hallenbäder öffnen wieder. Doch was passiert eigentlich mit dem Wasser aus den Freibad-Schwimmbecken in Mainz und Umgebung? Das wollte Merkurist-Leserin Anni wissen. Im hessischen Bad Schwalbach, so ihr Hinweis, wurde das Wasser aus dem dortigen Freibad verschenkt und nicht in die Kanalisation geleitet.

Etwa 800.000 Liter stellten die Verantwortlichen der Öffentlichkeit zur Verfügung, die die Feuerwehr in Tanks pumpte. Damit sollten Landwirte und Privatpersonen ihre Felder und Gärten wässern. Letztlich blieb dann doch eine „Riesenmenge im Becken“, wie der „Spiegel“ berichtet. Doch wie sieht es nun in Mainz und Umgebung aus? Wir haben nachgefragt.

Einheitliche Linie

Im Freibad des Taubertsbergbads bleibt das Wasser zum großen Teil in den Becken und dient als Frostschutz im Winter, erklärt der Sprecher der Mainzer Stadtwerke, Michael Theurer. „Einen kleineren Teil des Wassers werden wir für unsere Liegewiesen, Sträucher, Bäume im Bad nutzen – zum Bewässern derselben“, so Theurer. Im Schwimmbad Mombach wird das Wasser offensichtlich in einem Becken noch weiter genutzt. Denn dort gibt es laut Webseite wieder eine Traglufthalle über dem Außenbecken mit den acht 50-Meter-Bahnen.

Im Freibad Maaraue in Mainz-Kostheim, das wie viele andere Bäder in Wiesbaden auch von „mattiaqua“ betrieben wird, geht man einen ähnlichen Weg wie in Mainz. „Die Becken unserer Freibäder werden nach der Saison nicht gänzlich geleert. Der Wasserstand wird lediglich abgesenkt“, erklärt Marketing-Mitarbeiter Marc Kneiper. Schrittweise rund 50 Zentimeter Füllhöhe pro Becken würden abgelassen. Denn um die Becken zu schützen und zu stabilisieren, brauche es das Gewicht des Wassers. Für alle von „mattiaqua“ betriebenen Freibäder ergebe sich hierdurch eine Wassermenge von etwa 1,5 Millionen Litern, so Kneiper. Doch was geschieht mit diesem Wasser?

Wie Kneiper sagt, sei man seit dem Frühjahr im Austausch mit dem städtischen Grünflächenamt, um zu erörtern, wie das Wasser für die Wiesbadener Grünflächen genutzt werden kann. „Das Wasser muss jedoch zwischengespeichert werden, etwa in für derartige Zwecke vorgesehenen Tanks.“ Gänzlich geleert würden die Becken erst während der Saisonvorbereitungen im Frühjahr nächsten Jahres. „Auch dieses Wasser könnte noch zum Gießen verwendet werden“, erklärt Kneiper.

Und wie sieht es im Rheinhessen-Bad in Nieder-Olm aus? „Ein vollständiges Ablassen des Wassers und die Leerung der Becken über den Winter ist nicht möglich. Die Becken bleiben bis zur Hälfte aus Frostschutzgründen befüllt“, teilt die Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm mit. Das „überschüssige“ Wasser sei dann zur Bewässerung der eigenen sehr weitläufigen Außenanlagen vorgesehen.

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