Jannik Suppinger aus Ginsheim und Simon Teichmann aus Gustavsburg kennen sich schon seit der fünften Klasse. Jetzt, mit Anfang 30, wagen die beiden den Schritt in die Gastronomie und eröffnen bald ihre eigene Pizzeria in der Mainzer Altstadt: den „Slice Club“. Ihr Konzept unterscheidet sich dabei von vielen anderen Pizza-Angeboten in Mainz. Wie die beiden Gründer im Gespräch mit Merkurist erklären, setzen sie auf römische Pizza vom Blech, die stückweise verkauft wird.
Die Idee entstand während der Corona-Pandemie. Simon Teichmann (31) begann aus einem Hobby heraus, neapolitanische Pizza zu backen. Daraus entwickelte sich ein kleines Catering-Unternehmen, bei dem später auch Schulfreund Jannik Suppinger (32) einstieg. Parallel belieferten sie bereits Wiesbadener Cafés mit Panini-Brötchen. Doch schnell merkten die beiden, dass sie mehr wollten als nur zu produzieren. Der direkte Kundenkontakt und das unmittelbare Feedback zu ihrer Pizza machten ihnen am meisten Spaß, wie sie im Gespräch berichten.
Pizza für unterwegs
Nach einer längeren Suche nach einem passenden Ladenlokal in Mainz wurde nun eine Produktions- und Verkaufsstätte gefunden: die Weißliliengasse 23. Hier, gegenüber dem Polizeirevier, war früher bereits die Bäckerei „Kornland“ vor Ort, später folgte die Landbäckerei Mayer. Nach längerem Überlegen fiel die Entscheidung der Gastronomen nun gegen die neapolitanische Pizza und für die römische Variante, auch „Pizza al taglio“ genannt. „Was uns immer gestört hat bei der neapolitanischen Pizza: Sie sieht super aus, aber du packst sie in den Karton, nimmst sie 50 Meter mit nach Hause und dann ist sie matschig“, erläutert Jannik Suppinger.
Ihr Produkt soll dagegen auch unterwegs oder zu Hause noch schmecken. Die römische Pizza habe einen sehr luftigen Teig und einen knusprigen Boden, der nicht durchweicht, so Simon Teichmann. Entscheidend sei bei ihrem Produkt schließlich auch die lange Teigführung über 72 Stunden. Die Inspiration für die römische Pizza holten sich Suppinger und Teichmann direkt vor Ort in Rom, wie sie berichten.
Ein weiterer Vorteil: Die Pizza lasse sich gut ein zweites Mal aufbacken. „Ich find sogar, das zweite Aufbacken, das ist fast schon essenziell. Das macht es noch mal knuspriger, weswegen wir das auch direkt im Laden machen“, meint Simon Teichmann. Ihr Ziel sei es, eine Lücke zu schließen. „Wir wollten niedrigschwellig gute Qualität anbieten, weil das auch das ist, was wir im Alltag vermissen“, erklärt Suppinger. Ein Stück Pizza, das etwa einer halben Standard-Pizza entspricht, soll zwischen vier und sechs Euro kosten.
Klassiker treffen auf kreative Varianten
Der Name „Slice Club“ sei gewählt, da er die Offenheit für neue Kreationen widerspiegeln soll. Außer Klassikern wie Margherita und Salami soll es ein wechselndes Angebot an experimentellen Pizzen geben. Als Beispiel nennt Teichmann eine Variante, die von mexikanischen „Birria-Tacos“ inspiriert ist – mit geschmortem Rindfleisch, Koriander und Zwiebeln.
Der Laden in der Altstadt ist als To-go-Betrieb konzipiert, da es keine Kundentoiletten und nur wenige Sitzgelegenheiten an den Fenstern geben wird. Der Fokus liege klar auf der Pizza. Nach etwa drei Monaten Umbauzeit peilen die Gründer eine Eröffnung im September an. Geplant ist zunächst ein Soft-Opening, um die Abläufe zu testen, bevor es Ende September richtig losgeht. Geöffnet sein soll dann von Montag bis Samstag, der Sonntag bleibt geschlossen.