Rasen am Mainzer Fischtor kaputt: Kann erneute Schädigung verhindert werden?

Der Rasen am Mainzer Fischtorplatz ist nach dem Gastspiel des Weihnachtsdorfs kaputt und immer noch – auch für das Marktfrühstück – gesperrt. Kann das Grün aber künftig nachhaltig geschützt werden, oder ist mit neuen Schäden nach Festen zu rechnen?

Rasen am Mainzer Fischtor kaputt: Kann erneute Schädigung verhindert werden?

Seit mehr als einem Monat läuft nun schon wieder das Mainzer Marktfrühstück. In diesem Jahr erfolgt der Weinausschank außer am Tritonplatz erstmals auch am Schillerplatz sowie weiterhin am Fischtor (wir berichteten). An letztgenanntem Standort steht den Besuchern des Events jedoch noch nicht das gesamte „Fest-Areal“ zur Verfügung. Denn die Rasenfläche am Fischtorplatz ist seit einigen Wochen gesperrt und wird es wohl auch noch etwas bleiben. Je nach Wetter könnte die Sperrung des Rasens insgesamt bis zu acht Wochen dauern.

Kritik bestätigt, Zukunft unklar

Grund dafür seien Instandsetzungsarbeiten, wie die Stadtverwaltung im März mitteilte. Die Absperrung soll jetzt dafür sorgen, dass die nachgesäte Rasenfläche und bereits vorhandene Pflanzen nicht zerstört werden. Als Ursache für die marode Wiese nennt die Stadt „die Belastungen durch die Aufbauten für das Weihnachtsdorf Ende vergangenen Jahres“. Das Weihnachtsdorf war 2025 an das Fischtor verlegt worden, da der ursprüngliche Standort am Liebfrauenplatz wegen der Baustelle am Gutenberg-Museum umziehen musste (wir berichteten).

Diese Entscheidung hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) damals scharf kritisiert. So würde die Abdeckung am Fischtorplatz für zwei Monate direkt auf der Wiese liegen. Dadurch würden erhebliche Schäden für den Rasen und den Boden darunter entstehen. Eine vollständige Erholung der Fläche sei fraglich, äußerte der BUND im November des letzten Jahres seine Bedenken – und dürfte sich damit bestätigt fühlen.

Merkurist fragte nun die Stadt, ob sie deshalb in diesem Jahr darauf verzichten wird, das Weihnachtsdorf am Fischtor aufzubauen, um die Rasenfläche zu schützen? Doch dies bleibt vorerst unklar. „Bezüglich einer möglichen Standortänderung kann momentan noch keine Aussage getroffen werden“, erklärt die Verwaltung. Zur Frage, ob es preiswerter beziehungsweise lukrativer sei, dort auch im kommenden Jahr einfach wieder neuen Rasen zu säen, anstatt die Fläche zu sperren, äußert sich die Stadt nicht konkret. Sie verweist nur darauf, dass die Kosten für die Rasensanierung, wie vor der Veranstaltung vereinbart, der Veranstalter des Weihnachtsdorfes trägt, und nicht die Stadt Mainz. Zur Höhe der Kosten für das Ansäen des neuen Rasens macht die Stadt keine Angaben.

Unabhängig davon sieht Leserin Maria aber schon das nächste Unheil auf die Grünfläche am Fischtorplatz zukommen, wenn diese bald wieder freigegeben wird. Sie meint: „Können uns die Freunde des Marktfrühstücks dieses Jahr den Blühstreifen auf der Wiese am Fischtor mal nicht zertrampeln?“. Doch warum verzichtet man dann also nicht gleich ganz darauf, die komplette Grünfläche für das Marktfrühstück freizugeben? Auf Anfrage teilt die Veraltung dazu mit, dass die Rasenfläche eine städtische Grünanlage sei und damit – „gemäß der Grünanlagensatzung – der Öffentlichkeit für Erholung und aktive Freizeitgestaltung zur Verfügung“ stehe.

Zum Thema Schäden am „Blühstreifen“ heißt es aus der städtischen Pressestelle: „Der Bereich wurde abgesperrt, um Beschädigungen dadurch zu vermeiden, dass sich Bürger:innen auf die Zwiebeln setzen in Folge des erhöhten Nutzungsdrucks durch die Sperrung der Rasenfläche.“