Nach Rohrbruch-Serie in Mainz: Wie marode ist das Wassernetz?

In Mainz haben sich zuletzt mehrere Wasserrohrbrüche ereignet. Die Stadt gibt nun auf Anfrage der Volt-Fraktion eine Einschätzung zum Zustand des Trinkwassernetzes und den Wasserverlusten ab.

Nach Rohrbruch-Serie in Mainz: Wie marode ist das Wassernetz?

In Mainz haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten Wasserrohrbrüche gehäuft. Nach einer Anfrage der Volt-Stadtratsfraktion hat die Stadt nun eine detaillierte Einschätzung zum Zustand des Trinkwassernetzes vorgelegt. Die Mainzer Netze GmbH bewertet die Lage demnach als unbedenklich.

Die Verwaltung teilt mit, dass es in den vergangenen Wochen zwar zu vereinzelten Schäden am Trinkwassernetz kam, die Anzahl aber nicht auffällig hoch sei. Die Ursachen waren unterschiedlich: In der Parcusstraße und der Rheinallee wurden Leitungen bei Bauarbeiten beschädigt. In der Geschwister-Scholl-Straße und der Goethestraße waren hingegen undichte Leitungen der Grund für die Wasseraustritte.

Generell seien Eingriffe in die bestehende Versorgungsinfrastruktur immer mit Risiken für unvorhergesehene Ereignisse verbunden. Da die Leitungen meist in der Fahrbahn liegen, führen Reparaturen schnell zu sichtbaren Verkehrsbehinderungen.

Zustand des Netzes als „gut“ bewertet

Im Vergleich mit anderen Trinkwasserversorgern stufen die Mainzer Netze den Zustand des Leitungsnetzes und der Anlagen im Stadtgebiet als gut ein. Jährlich komme es im Durchschnitt zu einer mittleren zweistelligen Anzahl von Störungen an den Versorgungs- und Hausanschlussleitungen. Gemessen an der Gesamtnetzlänge von 868 Kilometern und 392 Kilometern Anschlussleitungen sei dies ein geringer Wert.

Für die Instandhaltung und Erneuerung des Netzes steht laut Stadt jährlich ein Budget in Millionenhöhe zur Verfügung. Mit diesen Mitteln würden Leitungen ausgebaut und erneuert, Trinkwasserbehälter saniert und die Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet. Die Altersstruktur der Leitungen sei bekannt, sodass Sanierungen geplant werden könnten.

Wasserverluste unter dem Bundesdurchschnitt

Auch bei den Wasserverlusten schneidet das Mainzer Netz gut ab. Während im deutschen Durchschnitt rund sechs Prozent des eingespeisten Trinkwassers verloren gehen, lagen die Verluste in Mainz in den letzten Jahren darunter. Im Branchenvergleich gelten die Werte für Mainz als niedrig.

Um Lecks frühzeitig zu entdecken, überprüfen die Mainzer Netze die Dichtheit des Systems immer wieder. Dafür kommen spezielle Wassermesswagen zum Einsatz. Zusätzlich kontrolliert das Personal der Netzleitstelle die nächtlichen Verbräuche. Bei auffälligen Werten werden die betroffenen Netzbezirke gezielt auf undichte Stellen untersucht. Die Angaben beziehen sich auf das Versorgungsgebiet der Mainzer Netze GmbH, ausgenommen sind die Stadtteile Laubenheim und Ebersheim.