Förderung: Mehr Trinkwasserspender in Mainz?

Rheinland-Pfalz will die Zahl von öffentlichen Trinkwasserspendern im Land steigern. Wird es bald auch mehr Wasserspender in Mainz geben?

Förderung: Mehr Trinkwasserspender in Mainz?

In anderen Ländern ist es schon Gang und Gebe, dass auf öffentlichen Plätzen oder in Restaurants kostenloses Trinkwasser angeboten wird. Auch in Rheinland-Pfalz flammt die Debatte um die Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser auf. Das Umweltministerium hat im April 2019 das Förderprogramm „100 öffentliche Trinkwasserspender für Rheinland-Pfalz“ ins Leben gerufen. Damit möchte das Ministerium den Bau von 100 Wasserspendern im Land fördern. In Mainz steht jedoch bis jetzt nur der Trinkwasserspender am Rebstockplatz.

„Der Brunnen wird an heißen Tagen rege von Mensch und Tier benutzt“, sagt Jens Grützner von den Mainzer Stadtwerken. Nach dem Drücken des Bedienknopfes kommt 30 Sekunden lang Trinkwasser aus dem Spender, jeder kann sich also kostenlos versorgen.

Förderung von öffentlichen Trinkwasserbrunnen

Durch den Bau von Trinkwasserspendern erhofft sich das rheinland-pfälzische Umweltministerium unter anderem Plastikmüll zu reduzieren. „Kostenloses und gutes Trinkwasser kann von Bürgerinnen und Bürgern auch in eigene Flaschen abgefüllt werden“, erklärt Umweltministerin Ulrike Höfken. Dadurch könne vermehrt auf Einwegflaschen verzichtet werden. „In Deutschland werden stündlich 1,9 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht, pro Tag sind das rund 45 Millionen Stück. Mit den Trinkwasserspendern können wir Müll reduzieren“, sagt Höfken. Bei dem geplanten Ziel von 100 Spendern könnten theoretisch 4,8 Millionen Halbliter-Einwegflaschen eingespart werden.

„Zudem verschlingt die Herstellung von Plastikflaschen jährlich etwa 480.000 Tonnen Rohöl und Erdgaskondensate. Es ist also ressourcenschonend und klimaschützend, wenn wir möglichst auf Einweg und Plastik verzichten und stattdessen wiederverwendbare Flaschen auffüllen können“, erklärt Höfken. Mit einem Festbetrag von 4000 Euro sollen die rheinland-pfälzischen Kommunen und ihre Wasserversorgungsunternehmen mit dem Programm beim Bau eines Trinkwasserbrunnens gefördert werden.

Maßnahmen in Mainz

Der Spender auf dem Mainzer Rebstockplatz wurde jedoch schon vor dem Förderprogramm errichtet und wird vollständig von den Mainzer Stadtwerken finanziert. „Pro Wasserbrunnen - Anschaffung, Montage im Frühjahr, Überprüfung der Wasserqualität und Demontage im Herbst – sind rund 10.000 Euro zu veranschlagen“, sagt Jens Grützner. „Konkrete Planungen zu weiteren Trinkwasserbrunnen in Mainz gebe es aktuell nicht. Es gab aber Gespräche über potenzielle Plätze für weitere Projekte in der Mainzer Neustadt“, sagt er.

Auch wenn konkret keine neuen Trinkwasserspender in Aussicht sind, gibt es in Mainz eine Initiative, die sich für eine kostenlose Wasserausgabe in Bars und anderen Betrieben einsetzt. Das 2017 in Hamburg gestartete Projekt „Refill“ ist inzwischen eine deutschlandweite Initiative. Das ehrenamtliche Projekt hat auch einen Standort in Mainz. 41 Mainzer Betriebe sind im Register von „Refill“ aufgelistet. Ein „Refill“-Aufkleber am Eingang soll den Passanten und Kunden signalisieren, dass sie hier ihre Wasserflaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen lassen können.

Eine Übersicht, welche Geschäfte sich an der „Refill“-Aktion beteiligen, findet Ihr hier. (pk)

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